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Red Blitz - Wer blockt, verliert
von Steve Hatto
23.08.2013

Hallo ihr da draußen!

Die letzten Wochenenden waren mit dem Erreichen des zweiten Tags beim World Magic Cup in Amsterdam sowie dem 11. Platz beim Standard-Grand-Prix in Warschau ohne Zweifel die erfolgreichsten meiner bisherigen Magic-Karriere.

Maßgeblich daran beteiligt war das Deck, welches ich euch heute vorstellen möchte:

Red Blitz

4 Rakdos Cackler
4 Stromkirk Noble
4 Legion Loyalist
4 Burning-Tree Emissary
4 Lightning Mauler
4 Firefist Striker
2 Mogg Flunkies
4 Hellrider
3 Rubblebelt Maaka

3 Pillar of Flame
1 Searing Spear
1 Dynacharge


19 Mountain
3 Mutavault

Sideboard:

3 Burning Earth
2 Electrickery
2 Mizzium Mortars
1 Mutavault
2 Skullcrack
2 Thundermaw Hellkite
3 Volcanic Strength


Dieses kreaturenlastige Deck ist das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen Jonas Köstler und meiner Wenigkeit in den Wochen vor dem World Magic Cup, inspiriert von den roten Decks des Blockformats.


Warum Monorot für den World Magic Cup?

Der Hauptgrund, das Deck beim WMC zu spielen, war der, dass wir auf jeden Fall Jund spielen wollten. Durch die Einschränkungen, die das Format „Unified Constructed“ uns auferlegte, kam Gruul für uns nicht infrage. Am Ende entschieden wir uns für Bant-Hexproof, Jund sowie Red Blitz. (Team Deutschland und Team Luxemburg nutzten fast identische Listen.)

Wir gingen davon aus dass es formatbedingt nur wenige Deckkonstellationen gäbe, gegen die man antreten müsste. Vor allem Jund, UWR, Bant-Hesxproof sowie Gruul galt unsere Aufmerksamkeit. Das Konzept ging für Luxemburg auf, wir blieben im Standard ohne Niederlage.


Warum Monorot für den Grand Prix in Warschau?

Im Anschluss an den WMC war davon auszugehen, dass in Warschau dieselben Decks einen Großteil des Feldes ausmachen würden, besonders Gruul überzeugte viele. (Jund, UWR, Bant Hesxproof sowie Gruul sollten am Ende zusammen genommen 102 der 157 Decks in Day 2 stellen.)

Da Red Blitz gegen UWR, Bant-Hexproof und Gruul deutlich im Vorteil ist, kann man in Kauf nehmen in Jund-Midrange ein schlechtes Matchup zu haben. Zum Glück tauchen in den Jund-Listen immer mehr Lifebane Zombies auf, um im Mirror und gegen U/W/R aufzutrumpfen. Da diese gegen das rote Deck recht bescheiden sind, wurde unser Game 1 ein Stück besser. Man konnte weiterhin davon ausgehen, dass der Gegner aufgrund mangelnder Vertrautheit mit Red Blitz wohl ein paar Prozentpunkte einbüßen würde.


Ein Überblick:

Zwölf 1-Drops: Ziel ist, im ersten Zug eine Kreatur zu legen. Sollte dies nicht möglich sein, ist in der Regel in Spiel 1 ein Mulligan fällig. Als Ausnahme zu dieser Regel gelten gute Hände um Burning-Tree Emissary.


Die Synergie zwischen Legion Loyalist, Rubblebelt Maaka oder Dynacharge ist ungeheuerlich. Er macht das Blocken für euren Gegner zum Alptraum und lässt euch lästige Tokens ignorieren. Der Mann hat vier Fähigkeiten für ein Mana!

Vierzehn 2-Drops: Burning-Tree Emissary ist die Karte, mit der ihr euren zweiten Zug anfangen wollt. Sein Potenzial, explosive Starts zu generieren, ist der Grund dafür, dass sich nur drei Mutavaults im Maindeck befinden, um den Emissary zuverlässiger wirken zu können. Firefist Striker ist Removal auf zwei Beinen und sorgt dafür, dass wir mit wenig echtem Removal davonkommen. Ein einzelner Augur of Bolas oder Boros Reckoner sollte euch nicht aufhalten.


Lightning Mauler und Burning-Tree Emissary gehören zusammen, denn sie ermöglichen die gefürchteten blitzartigen Starts. Mogg Flunkies sind perfekt für Preboard-Spiele, wenn weniger Removal im gegnerischen Deck ist. Oftmals werden sie ausgeboardet, da der Gegner sich nach dem Sideboarden entschiedener zur Wehr setzt und die großen Goblins dann nicht unbedingt zuverlässig angreifen können.

Null 3-Drops: Es gibt zurzeit keine 3-Mana-Kreatur, die man in diesem Deck haben will. Boros Reckoner und Chandra's Phoenix wären interessant, aber Reckoner und Mutavault vertragen sich nicht besonders gut miteinander, und um den Phönix effizient zu verwenden, haben wir nicht genug Burn.


Des Weiteren ist unserer Schwarm-Strategie mehr geholfen, wenn wir im dritten Zug einen 2- und einen 1-Drop legen oder eine Kreatur sowie Pillar of Flame ausspielen. Und die weitere Kreatur im Landslot ist natürlich auch oft elementar daran beteiligt, die drei Angreifer für Bataillon zu stellen.

Sieben 4-Drops: Das Deck beinhaltet 36 Kreaturen und die meisten kosten ein bis zwei Mana. Hellrider? Hell yeah!


Rubblebelt Maaka leistet in diesem Deck ganze Arbeit. Meistens wird sie als 1-Mana-Trick eingesetzt. Kaum jemand rechnet damit, was die Karte noch effizienter macht. Ich gestehe allerdings, dass ich die Maaka in verzweifelten Situationen schon als Hill Giant gecastet habe.

Removal: Pillar of Flame ist unabdingbar, um gegnerische Manaelfen oder Voice of Resurgence abzurüsten. Auch Huntmaster of the Fells kann so aus dem Weg geräumt werden. Wichtig ist, dass man Pillar im zweiten Zug spielen kann und trotzdem noch Mana für einen weiteren 1-Drop übrig hat.


Der einsame Searing Spear über Pillar Nummer 4 ist ein Kompromiss. Manchmal müssen es eben drei Schaden sein und Burning-Tree Emissary erlaubt es uns auch, im zweiten Zug Spear ohne Tempoverlust zu spielen.

Länder: Mutavault unterstützt den Bataillon-Plan des Decks, außerdem ist es eine Kreatur, die sich von Hexereien und somit dem meisten Massremoval nicht unterkriegen lässt. Das vierte Exemplar im Sideboard erlaubt es uns, Burning Earth und Thundermaw Hellkite in Spiel 2 beziehungsweise 3 zuverlässig zu casten.

Bonuskarte: Dynacharge kann in diesem Deck verheerende Wirkung erzielen. In Verbindung mit Legion Loyalist entsteht ein Blowout-Potenzial (Trample und First Strike) das seinesgleichen im Standard sucht.


Zu den Matchups:

Jund-Midrange: Alles nach vorne lautet die Devise. Es lohnt sich kaum, um Bonfire of the Damned herumzuspielen, indem ihr etwas zurückhaltet, denn ihr legt 2/1er nach, während euer Gegner mit Olivia Voldaren dafür sorgt, dass ihr ein trauriger Aggrospieler werdet.

Nach dem Sideboarden gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Burning Earth ist richtig stark, vorausgesetzt ihr habt eine gute Boardpräsenz. Allerdings wird euer Gegner Golgari Charm bringen, der, wenn er nicht gegen Burning Earth verwendet werden muss, einen Großteil euer Mannschafft töten kann.

Bant-Hexproof: Eines der einfacheren Matches, auch wenn es auf dem Papier anders aussehen mag. Der Hauptgrund hierfür besteht darin, dass euer Gegner kein Removal hat. Dadurch werdet ihr immer maximalen Schaden mit euren Hellrider-Triggern verursachen können. Erschwerend kommt hinzu, dass euer Gegenüber keine Blocker hat, die es mit euren Maaka-gepushten Kreaturen aufnehmen können, falls er parallel eine echte Offensive aufrechterhalten möchte.

Nach dem Sideboard haben unsere Gegner Fog im Deck, den ihr jedoch mit Skullcrack neutralisieren könnt, und Hellrider-Trigger werden durch den Nebel eh nicht beeinflusst. Des Weiteren könnt ihr mit Skullcrack einen Lifelink-Angriff oder -Block zunichte machen. Electrickery tötet Avacyn's Pilgrim und kann nackte Invisible Stalker töten.

Gruul-Midrange: Gegen Gruul sind wir im Vorteil, da wir schneller auf dem Board sind. Gruul ist in der Defensive bei Weitem nicht so stark wie Jund, weil sie über weniger Removal verfügen. Ihre Thundermaw Hellkites sind nicht besonders gut gegen uns. Da Blocken einer ihrer Hauptpläne gegen Red Blitz sein sollte wird Legion Loyalist zusammen mit Rubblebelt Maaka zu einem richtigen Problem für das Kibler-Deck.

Nach dem Boarden ist unsere Volcanic Strength schlicht stronger als ihre, da wir deutlich die Rolle des Aggressors innehaben.

UWR: Dieses Deck gibt es in mehreren Geschmacksrichtungen, allen gemeinsam ist jedoch, dass sie ein großes Problem mit Burning Earth haben. Das zwingt sie dazu, Gegenzauber im Deck zu lassen, obwohl sie außer Burning Earth kein weiteres sinnvolles Ziel haben. Die Tatsache, dass sie bis Zug 3 mit etlichen kleinen Kreaturen konfrontiert werden, die oftmals mit einem Verdikt beantwortet werden müssen, gibt uns eine gute Möglichkeit, die Verzauberung anzubringen.

Karten wie Ratchet Bomb oder Izzet Staticaster bereiten uns allerdings große Probleme.

−3 Rubblebelt Maaka, −1 Dynacharge, −2 Mogg Flunkies (eventuell −2 Legion Loyalist);
+1 Mutavault, +2 Thundermaw Hellkite, +3 Burning Earth (eventuell +2 Skullcrack)


Sollte man dieses Deck am Wochenende spielen?

Ich gehe davon aus, dass durch die Verzögerung, mit der ihr dies lesen werdet, UWR möglicherweise von UW abgelöst wurde, was sich wahrscheinlich negativ für die Gruul-Decks auswirkt. Extrem wichtig sollte das allerdings nicht sein, da Limited sich nun dank PTQ-Saison und Grand Prix Prag wieder in den Vordergrund drängt.

Wer sich trotzdem bis zur Rotation mit Red Blitz amüsieren möchte – nur zu, das Format sollte bis dahin recht freundlich für euch bleiben. Wer keine Thundermaw Hellkites hat und nicht für kurze Zeit 10+ Euro/Stück investieren will, kann sie übrigens prima durch Zealous Conscripts ersetzen, die vergleichsweise günstig sind. Ihr opfert damit ein paar Prozentpunkte gegen Aristokraten und UWR, jedoch sollten sie gegen Jund genauso effizient sein.

Und nicht vergessen: Wer blockt, verliert!

Grüße aus Luxemburg
Steve




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