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Cranial Insertion: Bereit fürs Spiel?
von Nathan Long
15.02.2021


[Cranial Insertion ist die am längsten bestehende Magic-Regelfragenkolumne der Welt, das englische Original gibt es seit 2005. Die folgende Übersetzung stammt von Simon Matthee.]

Nachdem wir uns aufgewärmt haben, können wir mit dem Beantworten von Regelfragen beginnen!


Frage: Meine Gegnerin wirkt Verräterische Habgier auf eine meiner Kreaturen. Kann ich diese Kreatur für meinen Humpelteufel opfern, damit sie nicht die Seiten wechselt?

Antwort: Das kannst du tun. Deine Gegnerin muss die Zielkreatur auswählen, während sie Verräterische Habgier wirkt. Nachdem sie die Habgier gewirkt hat, erhältst du Priorität und kannst die angezielte Kreatur opfern, um die Fähigkeit des Humpelteufels zu aktivieren. Da das einzige Ziel von Verräterische Habgier nun illegal ist, wird der Zauberspruch nicht verrechnet und hat keinen Effekt – und deine Gegnerin erzeugt kein Mana.


Frage: Ich kontrolliere Esperzoa und eine Manakrypta im Spiel. Kann ich die Manakrypta auf meine Hand zurückbringen, bevor ich eine Münze werfen muss?


Antwort: Ja, aber das wird nichts ändern. Wenn dein Versorgungssegment beginnt, werden die Fähigkeiten von Esperzoa und Manakrypta ausgelöst. Du kannst die beiden Fähigkeiten so auf den Stapel legen, dass du die Fähigkeit von Esperzoa zuerst verrechnest, aber die Fähigkeit der Manakrypta wird auch verrechnet, wenn sie nicht mehr im Spiel ist. So oder so wirfst du eine Münze und erhältst drei Schadenspunkte, wenn du den Wurf verlierst.


Frage: Ich habe Heliod der Sonnengekrönte im Spiel, aber meine Hingabe zu Weiß ist zu gering, um Heliod zu einer Kreatur zu machen. Kann ich trotzdem eine legendäre Hexerei wie Urzas vernichtenden Strahl wirken?

Antwort: Nein. Um eine legendäre Hexerei wirken zu können, musst du eine legendäre Kreatur oder einen legendären Planeswalker kontrollieren. Solange deine Hingabe zu Weiß kleiner als fünf ist, ist Heliod keine legendäre Kreatur, sondern nur eine legendäre Verzauberung. Eine legendäre Verzauberung reicht nicht aus, um Urzas vernichtenden Strahl zu wirken – du musst deine Hingabe zu Weiß erhöhen oder eine andere legendäre Kreatur beziehungsweise einen Planeswalker ins Spiel bringen.


Frage: Kann ich dieselbe Kreatur für beide Ziele von Krümmender Schmerz auswählen, oder müssen es zwei verschiedene Kreaturen sein?

Antwort: Du kannst eine Kreatur für beide Ziele auswählen und ihr −3/−3 geben. Da Krümmender Schmerz den Ausdruck "Kreatur deiner Wahl" zweimal verwendet, kann dieselbe Kreatur für mehrere Ziele ausgewählt werden.


Frage: Kann ich die Fähigkeit von Recruiter of the Guard nutzen, um Von Geistern verehrter Mönch aus meiner Bibliothek zu suchen?


Antwort: Das hängt davon ab, wie viele Kreaturen du kontrollierst. Der Mönch hat eine eigenschaftendefinierende Fähigkeit; diese Fähigkeit funktioniert in allen Spielzonen, also auch in der Bibliothek. Da der Recruiter nach einer Kreaturenkarte mit Widerstandskraft 2 oder weniger sucht, kannst du den Mönch nur finden, falls du zwei oder weniger Kreaturen kontrollierst – den Recruiter eingeschlossen. Kontrollierst du drei oder mehr Kreaturen, ist die Widerstandskraft des Mönchs zu groß und du kannst ihn mit der Fähigkeit vom Recruiter nicht finden.


Frage: Ich wirke tödliche Elektrodominanz auf Thalia, Wächterin von Thraben. Kostet der Zauberspruch, den ich mit Elektrodominanz wirke, mehr, falls es ein Nichtkreatur-Zauberspruch ist?

Antwort: Ja, Thalia verteuert den Zauberspruch, den du mit Elektrodominanz wirkst. Elektrodominanz fügt Thalia tödlichen Schaden zu, aber Thalia wird nicht sofort zerstört. Das passiert erst, wenn zustandsbasierte Aktionen ausgeführt werden, und diese werden erst ausgeführt, nachdem Elektrodominanz vollständig verrechnet wurde. Thalia befindet sich also noch im Spiel, wenn du den zweiten Teil von Elektrodominanz verrechnest und eine Karte aus deiner Hand wirkst. Falls es sich um einen Nichtkreatur-Zauberspruch handelt, musst du für extra Thalia bezahlen. Nachdem du den Zauberspruch gewirkt hast, ist die Verrechnung von Elektrodominanz abgeschlossen, Elektrodominanz wird auf den Friedhof gelegt und Thalia wird zerstört.


Frage: Meine Gegnerin und ich kontrollieren jeweils fünf Kreaturen. Eine davon ist ein Biovisionär, auf den ich Spiegelgewebe wirke. Wer gewinnt die Partie?

Antwort: Das entscheidet sich dadurch, wer gerade am Zug ist – der passive Spieler gewinnt die Partie. Zu Beginn des Endsegments werden die Fähigkeiten aller zehn Biovisionäre ausgelöst. Der aktive Spieler legt seine Fähigkeiten zuerst auf den Stapel und danach der passive Spieler. Da die Fähigkeiten des passiven Spielers zuletzt auf den Stapel gelegt wurden, werden sie zuerst verrechnet. Die erste dieser Fähigkeiten lässt den passiven Spieler die Partie gewinnen (und die anderen Fähigkeiten werden nicht mehr verrechnet, da die Partie endet). Falls du also gewinnen möchtest, solltest du Spiegelgewebe im Zug deiner Gegnerin wirken, damit deine Fähigkeit zuerst verrechnet wird.


Frage: Diesen Zug habe ich eine Lotus-Blütezeit via Aussetzen gewirkt. Hat die Lotus-Blütezeit Eile, wenn ich sie mit Oko in einen Hirsch verwandle, da ich sie via Aussetzen gewirkt habe?

Antwort: Nein, die Lotus-Blütezeit hat keine Eile. Wenn du die letzte Zeitmarke entfernst und den ausgesetzten Zauberspruch wirkst, erhält er Eile, falls es ein Kreaturenzauber ist. Ist der Zauberspruch kein Kreaturenzauber, erhält er keine Eile. Die Blütezeit ist ein Artefaktzauber und kein Kreaturenzauber, also erhält sie durch Aussetzen keine Eile. Wenn sie anschließend von Oko in eine Kreatur verwandelt wird, ist sie von Einsatzverzögerung betroffen und kann in diesem Zug nicht angreifen – und ihre Manafähigkeit hat sie als Elch ohnehin verloren.


Frage: Ich kontrolliere eine Verseuchung und die einzige Karte in meinem Friedhof ist ein Geist der Zwischenwelt. Kann ich den Geist rechtzeitig ins Spiel zurückbringen, um ihn für die Verseuchung zu opfern?

Antwort: Jawohl. Du kontrollierst die Fähigkeiten der beiden Karten und bestimmst daher die Reihenfolge, in der du sie auf den Stapel legst. Du kannst zuerst die Fähigkeit des Geistes verrechnen und ihn ins Spiel bringen, bevor du die Fähigkeit der Verseuchung verrechnest und den Geist opferst.

Andersherum funktioniert es aber nicht. Befindet sich der Geist bereits im Spiel, wenn dein Versorgungssegment beginnt, kannst du ihn natürlich für die Verseuchung opfern, aber du kannst ihn nicht mehr in diesem Versorgungssegment ins Spiel zurückbringen. Seine Fähigkeit wird nur ausgelöst, falls er sich zu Beginn deines Versorgungssegments im Friedhof befindet – falls er irgendwann während des Versorgungssegments stirbt, ist es zu spät, um die Fähigkeit noch auszulösen.


Frage: Mein Gegner wirkt einen Archon der Arena der Tapferkeit und bestimmt "Spontanzauber". Habe ich die Möglichkeit, Die innere Bestie auf den Archon zu wirken, bevor er mich daran hindert, Spontanzauber zu wirken?


Antwort: Nein. Die Auswahl des Kartentyps geschieht nicht durch eine ausgelöste Fähigkeit, sondern durch einen Ersatzeffekt. Dein Gegner bestimmt den Kartentyp, während der Archon ins Spiel kommt, und es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem der Archon im Spiel ist, aber nicht den bestimmten Kartentyp stoppt. Du kannst Die innere Bestie auf ein anderes Ziel wirken, bevor der Archon ins Spiel kommt, wirst zu diesem Zeitpunkt aber nicht wissen, welchen Kartentyp dein Gegner wählen wird. Andernfalls musst du warten, bis der Archon das Spiel verlassen hat.


Frage: Ich greife mit Alesha an und bringe eine Pflugscheuche aus meinem Friedhof ins Spiel. Wird dadurch die Fähigkeit der Pflugscheuche ausgelöst?

Antwort: Nein. Die Fähigkeit der Pflugscheuche wird ausgelöst, wenn sie getappt wird. Eine bleibende Karte wird getappt, wenn sie aus dem ungetappten Status in den getappten wechselt. Eine bleibende Karte, die getappt ins Spiel kommt, wechselt ihren Status nicht, sondern befindet sich von Anfang an im getappten Status. Die Fähigkeit der Pflugscheuche wird daher nicht ausgelöst, wenn sie getappt ins Spiel kommt.


Frage: Wir befinden uns in einer von Shahrazad erzeugten Unterpartie. Ich wirke Erdbeben, wodurch die Unterpartie unentschieden endet. Wer verliert die Hälfte seiner Lebenspunkte in der Hauptpartie?

Antwort: Jeder Spieler verliert die Hälfte seiner Lebenspunkte. Shahrazad prüft nicht, wer die Unterpartie gewonnen hat, sondern, wer die Unterpartie nicht gewonnen hat. Endet die Unterpartie unentschieden, gibt es keine Gewinner, also verliert jeder Teilnehmer die Hälfte seiner Lebenspunkte in der Hauptpartie.


Und damit endet das Spiel. Diese Woche gibt es keine Verlängerung. Abpfiff!

– Nathan Long




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