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Limited
Wer den Pfennig nicht ehrt...
von Andreas "Zeromant" Pischner
10.06.2009

Ich kommentiere ja gelegentlich verstreut in Kommentaren oder mehr oder weniger versteckt auf meinem Blog Draftentscheidungen anderer Spieler, habe aber schon seit Ewigkeiten selbst nichts mehr über Limited geschrieben. Das hat auch gute Gründe, denn schließlich spiele ich kaum noch, so dass Draftwalkthroughs oder Ähnliches von mir nicht zu erwarten sind.

Außerdem betone ich auch immer wieder gerne, dass ich Theoretiker bin, womit ich nicht nur auf meine mangelnde Praxis hinweisen möchte, sondern mich allgemein auf meine Denkweise beziehe: Ich nehme Magic-Theorie ernst, und ich analysiere und diskutiere darüber so, wie ich es in einem wissenschaftlichen Diskurs tun würde. (Nun ja – mit einem diesem Themengebiet angemessenen Duktus und Slang, natürlich! Denglish rulez!)

Ein großer Teil wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigt sich damit, andere wissenschaftliche Arbeiten zu kommentieren. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn gerade durch den für den Leser übersichtlich dargestellten und akribisch aufgearbeiteten Vergleich zwischen eigenen und fremden Ansichten wird Wissen vermittelt und werden vor allem auch Denkanstöße gegeben, welche dem Leser dabei helfen, sich in kritischer Auseinandersetzung mit fremden Arbeiten selbsttätig Wissen anzueignen. Ich glaube, ich habe vor ein paar Monaten schon einmal etwas ausführlicher über dieses Thema geschrieben. Das ist es, was Euch hier erwartet: Meine Auseinandersetzung mit den Draftentscheidungen eines anderen Spielers, und vor allem meine ausführlichen Begründungen dazu! Ich will allerdings gleich vorwarnen: Nur wer sich mit meiner Argumentation gründlich auseinandersetzt, wird daraus einen Nutzen ziehen können! Der Wert einer wissenschaftlichen Arbeit liegt nicht darin begründet, ob man ihr zustimmt oder widerspricht, sondern wie viele Möglichkeiten sie dem Leser bietet, ihr gezielt zu widersprechen oder zuzustimmen. Die geäußerte Meinung ist zweitrangig; wichtig sind die dargelegten Gedankengänge.

Oh, und jeder, der dazu neigt, Kommentare der folgenden Art zu verfassen:

„Wofür hält sich der Pischner eigentlich, einem Pro zu widersprechen, der mehr als zehn Mal so viele Pro Tour Lifetime Points hat wie er!“

...der klickt am besten gleich zu einer anderen Internetseite weiter und vergisst das Ganze hier – er erspart sich nutzlos vertane Zeit und mir den Verlust eines weiteren Quantums Vertrauen in die menschliche Vernunft.

Ich werde nun den Draft kommentieren und analysieren, den Sebastian Thaler bei der PT Honolulu zu Beginn des zweiten Tages gemacht hat, und der im Draftviewer der Coverage mitzuverfolgen ist. Er eignet sich meiner Ansicht nach besonders gut dazu, von mir analysiert zu werden, weil Sebastian bei den meisten Picks die gleichen Entscheidungen getroffen hat, wie ich es hätte (so besteht eine gemeinsame Basis), aber doch auch eine gewisse Anzahl abweichende (sonst lohnt sich der Vergleich nicht). Um vergleichbare Voraussetzungen zu schaffen und meine Wahl nicht von komplexen Analysen abhängig zu machen, für die in einem realen Draft keine Zeit bliebe, habe ich alle meine Picks durchgeführt, bevor ich Sebastians Entscheidung gesehen habe, und auch in vergleichbarer Zeit wie bei einem echten Draft. (Aber natürlich ohne die Spannung und den Druck einer Pro Tour!)

Noch ein wichtiger Hinweis: Ich werde natürlich bei jedem Pick den Draft von Sebastian fortsetzen, mit seinen Picks und seiner Farbwahl, unabhängig davon, ob ich zuvor anders gedraftet hätte.





Ich sehe eine Entscheidung zwischen Magma Spray, Agony Warp und Jund Charm. (Ich würde Where Ancients Tread nicht firstpicken, obwohl diese Karte im richtigen Deck broken sein kann, weil ich das Deck, in dem sie broken ist, für scheiße halte, da viel zu klobig.) Meiner Ansicht nach steigt der Powerlevel dieser Karten mit ihren Farbanforderungen an, und in diesem Format würde ich meine frühen Picks im Zweifelsfall lieber flexibel gestalten, deswegen hätte ich das Spray genommen, auch weil man damit die meisten 2-Drops umnieten und deswegen sowohl in aggressiven Decks Tempo aufbauen und erhalten, als auch in defensiven Tempo rückerobern kann. Agony Warp ist zwar in manchen Situationen erheblich durchschlagskräftiger, tauscht aber oft nur Karte gegen Karte und Mana gegen Mana ab. Das Spray leistet also etwas, was in diesem Format nur wenige Karten können – wer sich noch an Onslaught-Limited erinnert, wird wissen, wie gut Shock da war. (Damals war der erzielte Manavorteil allerdings sogar noch größer, weil man regelmäßig 3-Mana-Karten damit entsorgen konnte.)

Was in diese Entscheidung von mir nicht einfließt und nicht einfließen kann, ist meine Einschätzung des aktuellen Metagames (denn erstens war ich nicht vor Ort, und zweitens fehlt mir, wie gesagt, die Praxis). Wenn ich insbesondere Grund zu der Annahme habe, dass Esper-basierende Decks zur Zeit unterschätzt werden und dementsprechend underdrafted sind, dann nehme ich hier natürlich den Warp – die Entscheidung ist knapp genug, dass mein Wille, in Esper zu gehen, hier den Ausschlag gäbe. Ich vermute, dass Sebastian auch aus genau diesem Grund diese Entscheidung gefällt hat. Sollte er jedoch ohne Präferenzen für bestimmte Strategien in diesen Draft gegangen sein, halte ich seine Entscheidung für nicht optimal, aber gewiss immer noch vertretbar.





Nachdem man sich im ersten Pick für den Warp entscheiden hat, MUSS es hier natürlich konsequenterweise Sanctum Gargoyle sein. Die einzige denkbare Konkurrenz, den Jund Charm, geben wir zu seinem Zwillingsbruder weiter. Obwohl ich nicht gerade besonders gut darin bin, mir zu merken, welche Karten ich meinen Hintermännern anbiete, werde ich gewiss nicht vergessen, dass ich gerade mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hinter mir einen Jund-Drafter erzeuge, was mir bei meinem Esper-Plan natürlich nur Recht sein kann!





Hier sehe ich ein Wahl zwischen Bone Splinters und Metallurgeon. Die Splinters halte ich generell für stärker, insbesondere da sie Spoiler-Removal darstellen, was in diesem Environment besonders kostbar ist. Nur, wenn ich mich bereits auf eine Esper-Strategie festgelegt habe, bewerte ich Metallurgeon höher – nicht nur wegen der offensichtlichen Esper-Synergien dieser Karte, sondern auch, weil Esper diejenige schwarze Shard ist, in der die Splinters mit der größten Wahrscheinlichkeit als 1-zu-2-Tausch gespielt werden müssen.

In diesem Draft HABE ich (bzw. Sebastian) mich jedoch seit meinem ersten Pick bereits auf Esper eingeschossen, und eine klare Esperkarte als besten Pick weiterzugeben (ich sehe weder Rakeclaw Gargantuan noch Jungle Wurm als vergleichbar stark an) bedeutet nicht nur eine unnötige Defokussierung meines Drafts, sondern auch eine Entwertung meiner früheren Picks. Hier darf ich auf keinen Fall falsche Signale geben! Ebenso wie Sebastian nehme ich die Artefaktkreatur.





Das ist für mich ein Schlüsselpick. Nehme ich die klar stärkste Karte (Rhox War Monk), oder diejenige, die meine bisherige Strategie optimal unterstützt (Tidehollow Strix)? Grixis Battlemage, Scavenger Drake und Resounding Silence sind hier für mich deklassiert.

Ich habe eine Schwäche (keineswegs die einzige) in meinem Draftverhalten diagnostiziert: Wenn ich mich auf eine Strategie festgelegt habe, zögere ich manchmal zu lange damit, den Absprung zu wagen, wenn sich eine bessere anbietet; zum Beispiel, wenn ich einen vierten Pick Rhox War Monk vorgesetzt bekomme, der absolutes First-Pick-Material darstellt. Daran muss ich bei diesem Pack denken, wenn ich überlege, dass die Strix zwar schwächer ist als der Monk, aber weitaus besser in mein bisheriges Konzept passt.

Ich kenne noch eine weitere Schwäche (mehr als eine, schon klar), die ich als Drafter habe: Seit mir meine vorgenannte Schwäche bewusst geworden ist, überkompensiere ich gelegentlich, indem ich zu hektisch in der Angst, eine gute Gelegenheit zu verpassen, auf vermeintliche Signale reagiere! Dann zum Beispiel, wenn ich einen vierten Pick Rhox War Monk vorgesetzt bekomme, der zwar deutlich stärker ist als die Strix, aber auch deutlich unbequemer auszuspielen, und der meinen First Pick weitgehend entwertet und meinen zweiten und dritten Pick zumindest schwächt.

Wollt Ihr noch eine dritte Schwäche wissen? Ich neige gelegentlich beim Draften dazu, über meine Schwächen nachzudenken, anstatt mich auf das Draften zu konzentrieren. Das bringt nichts! Ich habe eine klare Strategie und keinen wirklichen Grund, ihr untreu zu werden: Ich nehme die Strix. Sebastian tut das auch.





Nachdem ich meine vorherigen Picks und die Gedankengänge, welche zu ihnen geführt habe, ausführlich erläutert habe, sollte es niemanden wundern, dass ich hier zum Glaze Fiend greife, oder? Sebastian nimmt jedoch den Welkin Guide. Das gefällt mir gar nicht! Zwar ist der Guide durchaus eine gute Karte, aber ich habe mich in den ersten vier Picks nach Kräften bemüht, mich auf eine Strategie zu fokussieren, die ihn erstens nicht braucht (weil sie wirklich genügend Evasion besitzt und auf Stallbreaker verzichten kann) und zweitens nicht will (weil er mit fünf Mana für diesen Decktyp eigentlich schon zu teuer und auch keine Artefaktkreatur ist, und weil ich auch wenige bodengebundene Fatties im Deck haben werde, welche mit ihn besonders gut zusammenarbeiten). Nimmt man dann noch hinzu, dass ich hier die Möglichkeit vergebe, weiterhin durch Abwesenheit entsprechender Karten in den von mir weitergegebenen Boostern meinen Hinterleuten klar zu signalisieren, dass Esper für sie nicht frei ist, kann ich den Guide nur als Fehlpick von Sebastian klassifizieren.

Ein Interpretationsansatz ist mir allerdings nach längerem Nachdenken in den Sinn gekommen: Wenn man Glaze Fiend nicht allzu hoch schätzt (ich mag ihn in aggressiven Esper-Builds sehr, aber bei starker Fokussierung auf UW bleibt er schon öfters mal außen vor) und davon ausgeht, dass andere das auch nicht tun, dann kann man den Guide auch nehmen, damit derjenige Spieler, der den Monk bekommen hat, kein gutes Followup für die Bantstrategie findet, die sich ja mit Esper zwei Farben teilt. Insofern wäre ein weitergegebener Guide möglicherweise sogar ein schlechteres Signal? Nun ja, davon bin ich einerseits nicht überzeugt, und andererseits ist mir das während des Draftens auch gar nicht erst eingefallen.






Ich sehe Call to Heel in ALA/CON/ARB nicht mehr als Karte an, bei der ich davon ausgehe, dass sie es ins Maindeck schafft. Seit mit Alara Reborn Bären immer wichtiger geworden sind, und das Tempo der Spiele gestiegen ist, halte ich zwei Mana für recht viel, um sie mir freizuhalten, und die Anwendungsmöglichkeiten des Call für zu beschränkt. Auch sind mir seine besten Anwendungsmöglichkeiten (auf Gargoyle oder Mechanist) zu teuer, um damit zu planen, und schließlich gibt es in Conflux ja noch Unsummon, den ich erheblich lieber spiele. Deswegen ignoriere ich hier den Call und greife mir Dregscape Zombie: Als Rückversicherung, falls ich unerwarteterweise eher in UB/w statt in UW/b lande, und um keinen guten schwarzen 2-Drop weiterzureichen, der einen unentschlossenen Hintermann dazu bewegen könnte, in eine meiner Farben zu gehen. Beim Heel kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand ihn als Signal begreift oder sich deswegen für Blau in seinem Deck entscheidet.

Hier widerspreche ich also Sebastian – interessanterweise mit einer Begründung, die derjenigen ziemlich ähnlich ist, die ich bei ihm beim Pick davor vermutet habe!






Skeletal Kathari ist eine Karte, die ich selbst in Jund- oder Grixis-basierten Decks als Notlösung betrachte – für fünf Mana erwarte ich einfach mehr. Da ich sie weder für mein Esper-Deck haben will noch beim Gegner fürchte, picke ich Hindering Light für mein Sideboard.

Warum Sebastian hier zum Vogelskelett greift, kann ich nicht nachvollziehen. Immerhin nehme ich aber mit Erleichterung zur Kenntnis, dass er ebenso wie ich bereits den zweiten Obelisk of Bant ignoriert!






Und noch so ein Obelisk! Der ist mir natürlich völlig wurscht – Deft Duelist oder Grxis Battlemage, das ist hier die Frage! Obwohl, eigentlich nicht: Klar nehme ich hier den starken 2-Drop in meinen anvisierten Hauptfarben und nicht den nützlichen, aber etwas langsamen Kartenfilterer. Sebastian auch.

Für Resounding Wave gilt größtenteils das Gleiche wie auch schon für Call to Heel: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in meinem Deck den Cut schafft; ich fürchte sie nicht beim Gegner (3-Mana-Bounce ist fair), und ich habe keine Angst, mit ihr ein falsches Signal zu setzen. Ich nehme wieder (oder eben nicht wieder, da ich ja immer den Draft von Sebastian fortsetze) Dregscape Zombie, um mir meine farblichen Optionen möglichst weit offen zu halten. Sebastian greift sich wieder den Bounce.

Zu Coma Veil gibt es keine vernünftige Alternative: Carrion Thrash ist zwar gut spielbar, aber nichts, was ich haten müsste, und das Veil befindet sich in meinen Farben und kann möglicherweise auch einmal eingewechselt werden.

Onyx Goblet ist die einzige entfernt spielbare Karte. Na ja, nicht die einzige, aber den Swamp will ich trotzdem nicht draften!

Hier verstehe ich Sebastian nicht: Ich kann zu 100% ausschließen, dass ich ein zweites Veil für mein Sideboard benötige, und ich weiß auch absolut keinen Grund, es nicht weitergeben zu wollen. Nun weiß jeder, dass ich von Obelisken ganz, ganz wenig halte – aber mir ist auch klar, dass Drafts manchmal schiefgehen, und dass man sie dann irgendwie retten muss! „Irgendwie“ bedeutet in dem Format eigentlich immer mit zusätzlichen Farben, und für diesen Notfall nehme ich einen Obelisken dann auch, wenn ich dafür nichts aufgeben muss, und das ist hier meiner Ansicht nach der Fall. (Die Tatsache, dass Obelisken Artefakte sind, erhöht die Chance, dass ich tatsächlich einmal einen in mein Deck packe, auch noch einmal um 0,5%.)

Okay, immer noch lieber ein drittes Coma Veil als ein Shadowfeed, das sehe ich ein.





Hier sehe ich eine Auswahl zwischen drei Picks, und Sebastian nimmt den vierten: Esper Cormorants! Nun ist an einem 3/3-Flieger für vier Mana, der auch noch mein Artefaktthema unterstützt, natürlich nichts auszusetzen, aber nachdem ich mich bislang doch recht erfolgreich konsequent in Esper eingenistet habe, gebe ich Faerie Mechanist hier im Vergleich klar den Vorzug – so viel Kartenvorteil gönne ich mir! Eine Alternative wäre Parasitic Strix, auch wenn ich dafür vermutlich nur wenige Triggermöglichkeiten habe, aber die Strix liegt schon besser in der Manakurve. Die sich unterdessen klar abzeichnende UW-Ausrichtung lässt mich jedoch weiterhin zum Mechanist tendieren.

Die Karte, die ich aber tatsächlich aus diesem Booster nehme, ist Drag Down! Das liegt weniger daran, dass ich sie im Vakuum für stärker als die blauen Flieger halte, sondern schlicht und einfach daran, dass ich mit Agony Warp bislang nur ein Removal im Pool habe, und das ist mir zu wenig. Ich denke, Flieger werde ich im Verlauf des Drafts doch tendenziell noch mehr zu sehen bekommen als ordentliches Removal, und deswegen wandert DD in meinen Pool.





Kostengünstiger kleiner Flieger (Aven Trailblazer) oder teurer großer Flieger (Aerie Mystics), das sind hier die Alternativen. Hätte ich im ersten Booster bereits Seaside Citadel oder Bant Panorama aufgeschnappt, so dass ich die Mystics ab und zu einmal mit einem Mini-Splash aktivieren könnte, hätte ich zu ihnen gegriffen, denn der Trailblazer ist letztlich so ziemlich der schwächste Flieger für drei Mana, den man in Esper aufbieten kann – kein Unearth, kein Lifedrain, keine garantierte Toughness von drei und auch keine Artefaktkreatur... Ohne sich abzeichende Aussicht auf leicht verfügbares grünes Mana jedoch nehme ich mit Sebastian den Trailblazer.





Für Wretched Banquet habe ich einfach nicht das richtige Deck, sowohl was taktische Ausrichtung, als auch was Manaverteilung angeht. Aven Squire ist gegenüber Court Homunculus die stärkere von zwei für mein Deck interessanten Karten. Gegriffen wird aber nach dem Celestial Purge, den ich bei meiner sich bereits abzeichnenden Removalarmut (Drag Down ist ja nicht im Pool) auf jeden Fall maindecken werde! Sebastian agrees.





Wretched Banquet ist für mein Deck immer noch nicht besonders interessant, deswegen lautet die Gretchenfrage: Habe ich mich bereits endgültig für UW als Hauptfarben entschieden? Nach den bisherigen Picks ist diese Frage zum größten Teil bereits mit Ja beantwortet, und der Ausblick auf Alara Reborn beseitigt die letzten Zweifel. Deswegen verschmähe ich den insgesamt etwas stärkeren Zombie Outlander (zumindest, wenn schwarzes Mana zum Pumpen des Gargoyles wie in UW/b knapp sein kann) zugunsten des sich in meine Kurve einfügenden Darklit Gargoyle, ebenso wie Sebastian.





Diese Parasitic Strix ist ein Geschenk, dem wir beide nicht in den Schnabel schauen.






Von Lapse of Certainty halte ich gar nichts (ich erwähne es auch nur, weil das manche Leute anders sehen), Traumatic Visions ist ein plumper Manafixer, den ich in UW/b nicht unbedingt brauche und nur sehr ungern spiele, und Constricting Tendrils ist eine solide Sideboardkarte, die hinter einer soliden Maindeckkarte jedoch zurückstehen muss. Sebastian und ich wollen beide den Sludge Strider.






Unsummon ist die einzige Karte, die in mein Deck passt, und ich nehme sie gerne!






Da ich bereits einen Unsummon habe (Heel und Wave sowieso), greife ich mir, ebenso wie Sebastian, den Scornful Æther-Lich, damit ich sicher sein kann, mein Soll an soliden Artefaktkreaturen zu erfüllen.

Noch einen Lich will ich aber nicht, und Vectis Agents kommen mir in kein Deck, wenn die Not nicht sehr groß ist (und das ist sie nicht). Eine Bone Saw habe ich aber ganz gerne im aggressiven Esper; die passt in das Deckkonzept.

Sebastian sieht das offensichtlich anders und entscheidet sich für den Hatepick Molten Frame. Hm. So wichtig wäre mir dieser Hatepick nicht, dass ich eine denkbare Option für mein Deck deswegen verschmähe, aber andererseits habe ich auch noch nicht so viele Decks in diesem Format gebaut – wenn Sebastian das getan und dabei die Erfahrung gemacht hat, dass die Säge bei ihm letztlich immer außen vor bleibt, hat er natürlich Recht.

Diesen Cumber Stone lassen wir natürlich nicht durchgehen!

Und auch dieser Court Homunculus ist ein ebenso unerwartetes wie willkommenes Geschenk.

Dreadwing ist die einzige entfernt spielbare Karte – raus damit!

Na ja, da ist ja doch noch eine Bone Saw.





Okay, Nemesis of Reason ist das 1-Karten-Deck, wenn der Gegner ihn nicht wegbekommt – Spoileralarm! Aber soll ich Euch etwas sagen? Es mag an meiner mangelnden Spielerfahrung liegen, aber in diesem Deck nehme ich ihn trotzdem nicht! Meine Strategie ist klar: Schnelle Evasion soll den Gegner überrennen. Dafür brauche ich gute 2-Drops, so wie die Esper Stormblade, die Sebastian hier des Nemesis wegen verschmäht. Klar, als First Pick ist sie ein bisschen enttäuschend – aber andererseits ist sie genau das, was dieses Deck braucht! Und der 5-Mana-Spoiler, der zwar das Spiel alleine gewinnen kann, der damit aber ganz von vorne beginnen muss, weil mein bisheriger Beatdownplan überhaupt nicht mit ihm zusammenarbeitet (und der auch mit diesem Beatdownplan nicht zusammenarbeitet, außer als 5-Mana-Wall), ist NICHT das, was dieses Deck braucht. Wird Nemesis of Reason in diesem Deck Spiele gewinnen? Ab und zu bestimmt. Wären diese Spiele auch mit einem Beatdownplan gewonnen worden, wenn der Nemesis eine Blade gewesen wäre? Möglicherweise. Werde ich vielleicht sogar Spiele verlieren, in denen ich mit Nemesis auf der Hand nicht über vier Mana hinauskomme, oder in denen ich für fünf Mana eine Kreatur ausspiele, die sich dann Terminate, Crystallization oder auch nur Unsummon fängt, oder die es einfach nicht mehr schafft, ein Damage-Race zu kippen, weil ihre Millfähigkeit zu langsam ist und sich nicht zu dem Schaden addiert, den meine Flieger bereits gemacht haben? Das kann ich mir durchaus vorstellen! Ein Artefakt ist sie übrigens auch nicht... Vielleicht lehne ich mich hier zu weit aus dem Fenster, aber ich sage klipp und klar: In DIESEM Deck ist die Stormblade besser!





Das ist ein furchtbar leerer Booster für mich, und ich hatte mich Sebastian eigentlich schon angeschlossen, der die für uns furchtbaren Vithian Renegades hatepickte – aber das war, bevor ich Zealous Persecution als letzte Karte dieses Boosters identifizierte! Diese Karte MUSS doch in dieses Deck? Alphastrike-Enabler, Combat-Trick, Creature-Removal... Wenn ich schon fünf gute Removal im Pool hätte, dann würde ich anfangen zu überlegen, ob ich sie nur für mein Sideboard nehme (ja, würde ich) – aber so? Hat Sebastian die Persecution etwa auch übersehen?





Noch so ein Booster mit furchtbar wenig Auswahl für mich, während BG ein Egelfest feiert, aber Ethercaste Knight ist natürlich ein akzeptabler Pick, wenn man sich auch ein wenig mehr erhoffen durfte. Andererseits wurde es auch höchste Zeit für weitere 2-Drops!





Ja, Glassdust Hulk schlägt Bant Sureblade. (Und – ich bleibe dabei – in diesem Deck auch Nemesis of Reason!)





Ein weiterer Glassdust Hulk hat keinerlei Konkurrenz. Spätestens jetzt verbanne ich die Nemesis aus dem Deck – der 5-Mana-Slot ist voll, und das passenderweise mit Karten, die auch nicht unnütz sind, wenn ich fünf Mana noch nicht erreicht habe!






Ja, Ethercaste Knight > Architects of Will, von Manakurve und Farbpräferenz einmal ganz abgesehen.






An dieser Stelle habe ich nicht aufgepasst: In einem realen Draft nimmt man sich zwischen den Boostern als ernsthafter Drafter immer die Zeit, die bereits vorhandenen Karten systematisch durchzugehen und abzuschätzen, was dem werdenden Deck zum Glück noch fehlt. Das habe ich hier versäumt, und deswegen wusste ich zum Zeitpunkt dieses Picks nicht, ob ich möglicherweise noch eine Artefaktkreatur benötigte, um meine zahlreichen Synergien zu unterstützen. Deswegen MUSSTE ich Esper Sojourners nehmen, die aus qualitiativen Gründen gewiss nicht zwingend ins Deck gehören. Wenn ich weiß, dass mein Deck bereits voll ist, dann mache ich hier natürlich genau so wie Sebastian den Hatepick Putrid Leech.

Nachdem ich jetzt aber in Ruhe nachgezählt habe, stelle ich fest, dass mein Deck noch NICHT voll war! Ich komme nur auf 19 Karten, die ich lieber spielen würde als die Sojourners. Da ich mich immerhin bereits im siebten Booster des dritten Durchgangs befinde, muss ich ernsthaft damit rechnen, die Sojourners noch zu benötigen. Deswegen hätte ich sie auch in einem RL-Draft vermutlich genommen und dem vermuteten Jund-Drafter hinter mir eine weitere Leckerei zugeschoben.






Ja, Arsenal Thresher > Etherium Abomination, Unearth hin oder her. Wie bereits gesagt, von fünf Mana erwarte ich in diesem Environment bereits so einiges!

Sebastian neigt eindeutig stärker zu Hatepicks als ich. Statt Winged Coatl greife ich hier zum Illusionary Demon, der einerseits unter Umständen auf der gegnerischen Seite noch deutlich unangenehmer sein kann als ein Coatl, und den ich mir andererseits in Ausnahmefällen sogar durchaus als sinnvolle Sideboardkarte vorstellen kann.

Okay, wenn die Zealous Persecution da tatsächlich immer noch drin ist! Jo, is denn scho Weinachte?

Marrow Chumper ist die einzige Karte, die etwas taugt. Raus damit.

Was hatet man – Drastic Revelation oder Nulltread Gargantuan? Beide können im Limited bombenstark sein, und beide sind nicht ganz einfach einzusetzen, ohne nach hinten loszugehen. Wir entscheiden uns beide für den Gargantuan, denn ein früher Fatty stellt uns wohl eher vor Probleme als eine Late-Game-Karte, die noch einmal fünf Mana frisst, ohne etwas gegen unseren Beatdownplan zu unternehmen.

Hm. Ich nehme lieber die spielbaren Grixis Sojourners aus dem Pack als die meiner Ansicht nach nutzlosen Sanity Gnawers. Ich meine, okay, wenn ich ein langsames Kontrolldeck gedraftet hätte – aber wenn ich Evasion-Beatdown am Start habe, mache ich doch drei Kreuze, wenn mein Gegner diesen nutzlosen Mist gegen mich spielt! Hier verstehe ich Sebastian nicht, aber vielleicht hat er bei den letzten Karten einfach nicht mehr nachgedacht.

Hätte, wenn & wäre

Wie wäre mein Draft nun, ausgehend von einigen relevanten anders getroffenen Entscheidungen, jeweils verlaufen?

Wie gesagt, da ich keine Ahnung von irgendwelchen aktuellen Draft-Metagames habe, nehme ich First Pack, First Pick Magma Spray. Das hätte mich dann zu folgenden ersten acht Picks geführt:

Magma Spray
Jund Charm
Bone Splinters
Scavenger Drake (auch hier hätte mich der Rhox War Monk fast, aber hoffentlich nur fast aus der Bahn geworfen)
Goblin Deathraiders
Dregscape Zombie
Incurable Ogre (ich halte wirklich nicht viel von Skeletal Kathari!)
Grixis Battlemage

Zu diesem Zeitpunkt hätte ich eine BR-Basis besessen, die sowohl in Richtung Jund als auch in Richtung Grixis noch ausbaufähig gewesen wäre. Über einen möglichen Fortgang des Drafts kann man nur spekulieren, da meine anders getroffenen Entscheidungen natürlich den ganzen Tisch beeinflussen. Insbesondere hat mich der Draft-Simulator auf magicthegathering.com gelehrt, dass das Draften einer Farbe unter bestimmten Umständen paradoxerweise sogar MEHR andere Drafter in dieser Farbe erzeugen kann, als wenn man sie vermeidet! Da dies aber in der Regel nur dann der Fall ist, wenn man eine Farbe auf Biegen und Brechen und ohne Ansicht von Kartenqualität forcet, ist die Annahme, dass ich zumindest ungefähr so interessante Karten in meinen Farben gesehen hätte, wie es Sebastian getan hat, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Wenn ich also einfach einmal so tue, als würde ich im Anschluss dieselben Booster zu sehen bekommen wie er, dann kann ich diesen Draft wie folgt fortspinnen:

Dregscape Zombie
Carrion Thrash
Onyx Goblet
Deathgreeter (reine Signalgebung, ich lasse die anderen Karten bewusst drin – obwohl, unter Umständen sideboarde ich den Jungen auch mal freitags bei Vollmond)
Shadowfeed (Signal – ich will lieber Jund als Grixis und auf keinen Fall so viel Blau, dass mich ein Blaudrafter stören würde)
Mountain (!)
Island


2. Durchgang:

Drag Down
Goblin Outlander
Goblin Outlander (ich mag Wretched Banquet in Aggro wirklich nicht so besonders)
Matca Rioters (wie ich sagte)
Goblin Outlander
Canyon Minotaur
Unsummon (Hate)
Unsummon (Hate)
Molten Frame
Cumber Stone (Hate... aber wenn das Deck nicht bald besser wird, lande ich doch in Grixis)
Canyon Minotaur
Dreadwing
Bone Saw
Tukatongue Thallid
Forest

Dieser Durchgang ist natürlich nahezu aussagelos, da Sebastian aller Wahrscheinlichkeit nach einen Jund-Drafter direkt hinter sich erzeugt hat, der bei mir vermutlich ein Esper-Drafter geworden wäre. Deswegen waren die Booster für mich leer.


3. Durchgang:

Putrid Leech (passt einfach besser zum bisherigen Deck als Nemesis of Reason, und ist auch bärenstark – hey, welch Wortspiel!)
Rhox Brute
Putrid Leech
Jund Sojourners
Valley Rannet (Manafixing)
Gorger Wurm
Putrid Leech
Mage Slayer (das Deck braucht Finisher, und mit drei Putrid Leech...)
Winged Coatl (Hate)
Zealous Persecution (Hate)
Marrow Chomper
Nulltread Gargantuan (Hate)
Sanity Gnawers
Vedalken Ghoul
Swamp

Dieser Durchgang lässt erahnen, welche Qualität man als Jund-Drafter möglicherweise zu Gesicht bekommen hätte, wenn man sich nicht von vornherein auf Esper festgelegt hätte. Wenn man sich dazu noch einen ergiebigen Conflux-Booster vorstellt, weil man Jund nach hinten abgeschnitten hat... aber das werden wir nie erfahren.

Nun gut, wenn ich den Agony Warp nehme und Esper anstrebe – wie geht es dann für mich weiter? Die nächste Diskrepanz zwischen Sebastian und mir ist der Pick Glaze Fiend vs. Welkin Guide. Zugegeben, ich hätte den Fiend am Ende wohl auch nicht gespielt – aber den Guide ebenso wenig, denn er passt einfach nicht in dieses Deck!


Bleibt die Frage, ob ich mit dem Fiend besser oder schlechter signalisert hätte (mit anderen Worten, ob ich mit dem Fiend-Pick einen Esper-Drafter noch einen Platz weiter nach hinten verschiebe, oder ob ich damit möglicherweise einen Bant-Drafter erzeuge, der mir in Conflux UW wegschnappt). Ein Blick auf Sebastians Conflux-Picks aber zeigt: Da gab es ja kaum etwas wegzuschnappen! Abgesehen vom First Pick, der einem ja nicht genommen werden kann, sind da nur zwei Karten, die ein Bantdrafter wirklich gewollt hätte: Celestial Purge (da nehmen wir dann den Aven Squire) und Aven Trailblazer (da nehmen wir die Aerie Mystics – NOT! Die hat der Bant-Drafter ja wohl eingesackt!) Ansonsten sind da Picks, die nur ein Esper-Drafter nimmt (Darklit Gargoyle, Scornful Æther-Lich, Court Homunculus, Sludge Strider) oder die für einen Bant-Drafter, der sich ja auch noch bei Grün bedienen kann, nicht unbedingt so attraktiv sind, dass er sie uns zu diesem Zeitpunkt wegschnappen muss (Parasitic Strix, Unsummon). Deswegen wage ich die Behauptung, dass dieser Pick im Endeffekt wurscht war.

Bei den restlichen Picks des ersten Durchgangs denke ich auch nicht, dass sie viel ausgemacht hätten (außer, dass ich ein Hindering Light für mein Sideboard gehabt hätte) – es sei denn, ich hätte damit, dass ich die zwei Dregscape Zombie greife, irgendwie die Farbpräferenzen meiner Hintermänner verschoben. Ich gehe aber davon aus, dass die genau dort gelandet sind, wo auch die beiden Jund Charm sich angesammelt haben, und wenn derjenige keine Zombies kriegt, wechselt er doch nicht die Farbe, oder?

(An dieser Stelle gibt sich der dummi Andi selbst eine Kopfnuss: Der Draftviewer zeigt doch die Drafts aller Spieler an – da brauche ich doch gar nicht zu raten! Also: Hinter Sebastian hat Mitamura tatsächlich das brokene Jund-Deck eingesammelt, auch wenn er ironischerweise die beiden Charms für Magma Spray und Blood Cultist durchgelassen hat. Hinter ihm wiederum hat Pyka, beginnend mit einem sehr fragwürdigen ersten Pick von Anfang an bedingungslos GW geforcet und ist am Ende in GWu gelandet, einschließlich Rhox War Monk natürlich. Interessant ist noch der Spieler vor Sebastian, Hansen. Der hat nämlich ebenfalls von Anfang an auf Esper gesetzt (Oblivion Ring, Agony Warp, Sanctum Gargoyle, Cloudheath Drake), ließ sich dann aber von einem fünften Pick Infest und einer Schwemme von UBR in Grixis drängen und landete am Ende wohl in WUBR. Dadurch hat er Sebastian in Durchgang 1 und 3 einige gute Karten gekostet, darunter noch zwei Esper Stormblade und vor allem zwei Fieldmist Borderpost, die in diesem Deck äußerst wichtig gewesen wären! Und die Moral von der Geschicht': Wer bedingungslos forcet, geht ein Risiko ein! Wie ich gerade sehe, ist Sebastian mit diesem Deck dann 0-3 gegangen. Autsch! Die Pro Tour ist ein hartes Pflaster...)

Zurück zum „Was wäre, wenn?“: Hätte ich die Esper-Route eingeschlagen, hätte ich am Ende vermutlich ein bisschen mehr Removal (Drag Down) und eine niedrigere Manakurve (Esper Stormblade) gehabt, aber große Unterschiede sind das nicht. Tatsächlich hätte ich die gleichen essenziellen Probleme gehabt wie er: Kein Manafixing (ein oder zwei Borderposts hätten es wirklich sein müssen), auch wenn das durch die beiden cyclebaren Hulks ein wenig abgemildert wird (aber will man die denn cyclen?) – vermutlich muss man eine 7-7-4-Landverteilung spielen. Und außerdem einfach etwas zu niedrige Kartenqualität. Da fehlen einfach die Picks, die Hansen ihm vor der Nase weggeschnappt hat. Letzten Endes ist dieser Draft bereits ab dem allerersten Pick schiefgegangen, als Sebastian mit Agony Warp Esper anpeilte.

Eine Frage bleibt noch zu klären. War dieser Pick (und damit der gesamte Draft, der ja total in die Hose ging) deswegen ein Fehler? Klar ist: Das Risiko, dass so etwas passiert, ist nicht vernachlässigbar. Wer eine Shard forcet, muss damit rechnen, dass das Ganze genauso spektakulär in die Hose geht, wie Sebastian es gezeigt hat. Deswegen ist das einfach eine dumme Idee, wenn man einen ordentlichen Score erzielen will!
Wenn man einen ordentlichen Score erzielen will, ist das einfach eine dumme Idee... Aber er will keinen ordentlichen Score – er will den bestmöglichen!

Nur – jetzt kommt der Haken: Soll man annehmen, dass Sebastian zu Beginn des zweiten Tages einer Pro Tour in seinem Draft einen „ordentlichen Score“ erzielen wollte? Ich denke nicht! Sebastian hat bereits bewiesen, dass er die Top 8 einer PT erreichen kann, und selbst wenn die Preisausschüttung dort nicht so kopflastig wäre, ginge ich davon aus, dass dies wieder sein Ziel sein musste! Dafür aber will er keinen „ordentlichen Score“, er will den bestmöglichen – und das bedeutet, volles Risiko zu gehen! Nun saß vor ihm jemand, der Esper gedraftet hat, und der Schuss ging nach hinten los. Was aber, wenn nicht? Was, wenn Esper tatsächlich so underdrafted ist, wie er vielleicht angenommen hat, und er diese starke Scherbe für sich vereinnahmt und damit wie Kibler am ersten Tag seinen Tisch 3-0ed? Die Chance dies zu schaffen gleicht das Risiko, 0-3 zu gehen, gewiss aus!

Daher kann ich Sebastians grundlegende Strategie, auch wenn sie diesmal zu einer kleinen Katastrophe geführt hat, nicht kritisieren – sie beruht auf einer Einschätzung, die nachzuvollziehen mir die Informationen fehlen (das zu erwartende Draftmetagame) und dem Willen zum Risiko. Im Detail allerdings, da bin ich überzeugt, hätte dieser Draft ein wenig runder laufen können.

Noch ein Wort zum Schluss: Mitamura hat mit seinem Jund-Deck den Tisch 3-0ed, wobei er natürlich davon profitiert hat, dass drei Leute vor ihm kein Jund und zwei vor ihm kein Grün angefasst haben! Wenn man's vorher wüsste...




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