Bestes Beispiel vor einigen Wochen: auf der Pro Tour in Hollywood war ich nach der siebten Runde out of Contention und konnte in der letzten Runde nicht einmal den zusätzlichen Pro-Tour-Punkt erspielen. Eine Woche danach Birmingham: selbst bei acht Runden gelang mir der Einzug in den zweiten Tag nicht einmal mit drei Byes; nicht einmal mit einem Win anstelle der selbst verschuldet gravierenden Niederlage in der letzten Runde, waren meine Tiebreaker doch durch die zu frühen Losses im Keller. Nach einem Erfolg fällt es mir immer leicht, im Triumph zu versinken, auch wenn ich mehr Glück als Verstand hatte. Ein Scheitern im Kampf um die Dollars bereichert mich nur an Erfahrung. Und um nicht völlig leer auszugehen, nehme ich die verstrichenen Ereignisse noch einmal unter die Lupe - Was ist schiefgelaufen? Wie hätte ich es machen müssen?", in der Hoffnung, irgendwann meinen Fehler zu finden. Denn wenn es mir nicht gelänge, bliebe nur ein unter dem Strich doch sehr frustrierendes Da konnte man nichts machen." Die Hollywood-Performance war eindeutig ein Opfer mangelnder Vorbereitung. Das Format war eigentlich schon ziemlich klar definiert. Nur Shadowmoor sollte neue Impulse bringen, doch ein erster Blick über die Spoilerliste offenbarte schnell, dass sich nicht gerade eine Constructed-Revolution anbahnte. Feen waren nach wie vor das beste Deck. Doch das wollte ich aus verschiedenen Gründen nicht spielen. Der Primärfaktor: das Mirror-Match. Zu oft entschied dort, wer den Würfelwurf gewann oder wer mehr Bitterblossom (Tiebreaker: mehr Scion of Oona) zog. Die restlichen Partien waren dafür oft extrem skillintensiv - ich zweifelte daran, gegen Pros bestehen zu können. Und außerdem wollte ich keinesfalls gegen irgendwelche Rogue-Decks antreten müssen, welche ausschließlich gegen Feen ausgerichtet sind. Die Japaner kommen schon manchmal auf Ideen...
Reveillark fiel aufgrund der Feen-Dominanz ebenfalls als Deckwahl aus. Zumindest für uns; der Rest des Feldes könnte durchaus einen ziemlich hohen Prozentsatz an Reveillark-Decks verzeichnen. Nach einigen Testspielen mit anderen Decks fiel uns auf, wie das Stein-Schere-Papier diesmal beschaffen war: Es gab alle möglichen Decks, die gegen Feen gewinnen, dafür aber gegen Reveillark verlieren. Feen gewinnt gegen Reveillark und alles dreht sich im Kreis. Besagte alle möglichen Decks" haben darin ihr eigenes Sub-Metagame. Im Retrospekt eine einfache Angelegenheit. Die beliebigen Decks sind von Natur aus etwas zahlreicher, da zu ihnen für gewöhnlich Steckenpferd-Spieler" wie unser Burned Brendenmühl greifen. Reveillark wäre also die beste Wahl. Die beliebigen Decks wären allein durch das Sub-Metagame viel anspruchsvoller zu testen - genau wie die Feen übrigens, die sich nach Kräften gegen die verschiedensten unbekannten Bedrohungen wappnen gemusst hätten. Mit dem Reveillark-Deck hingegen hätten wir sie einfach geschlagen. Aber ein Autoloss gegen Feen auf der Feen-PT? Wie wäre ich mir denn da vorgekommen? Eine andere Lösung musste her. Wie wäre es denn", dachte ich mir, wenn ich einfach das beste Deck des Sub-Metagames baue?" Da wurde viel hin- und herüberlegt. Mana Ramp und rotgrüne Landzerstörung wurden gebaut und wieder verworfen; das Fish-Deck war einfach doch irgendwie nicht gut genug gegen Feen und die ganzen Combodecks waren erst recht unspielbar im erwarteten Format. Und dann fiel mir TarmoRack ein. Am besten mit Haakon und Nameless Inversion. Überhaupt relativ viel Spot-Removal sollte rein, dazu noch einiges an Discard und natürlich die besten grünen und schwarzen Karten, allen voran Tarmogoyf. Mit Oona's Prowler und Smallpox sollte der Haakon in den Friedhof befördert werden. Bei Smallpox böten sich natürlich Persist-Kreaturen an. Und wo die sind, ist auch Llanowar Reborn nicht fern. Und wie gut die Bitterblossom mit Smallpox ist! Aber Moment, Bitterblossom? Gegen die würde ich wohl oft antreten müssen. Das wäre weder für Smallpox noch für Oona's Prowler ein Spaß, also am besten raus damit. Haakon natürlich gleich hinterher. Doch es gab auch Vorteile: Jetzt war das Deck wieder runter auf 60 Karten. ![]() Oft wurde ich gefragt, was ich denn spielte. Grün-Schwarz", habe ich gesagt. Die Leute daraufhin jedoch: Was denn? Elfen? Ramp?" Das hätte mir schon spanisch vorkommen müssen, dass ich dem Deck so recht keine Kategorie zuordnen konnte. Aber wie hättet IHR es genannt? ![]() Hier die Deckliste:
Ein sehr schönes Papier-Deck. Damit meine ich nicht, dass es gegen Stein gewinnt und gegen Schere verliert. Nein, die Deckliste ist einfach hübsch anzusehen. Alles ist schön stimmig, die Karten synergieren wunderbar und man kann sich richtig vorstellen, wie man in jedem Matchup im Spiel ist, anstatt da zu stehen wie Ochs' vorm Berg. Gegen Monorot brauchte man es gar nicht erst zu testen. Mana Ramp war zu unkonstant, um häufig gegen dieses Deck gewinnen zu können. Das Feen-Matchup war etwas suboptimal, nachdem der Gegner sich auf das Deck eingeschossen hatte, aber mit dem Überraschungseffekt auf meiner Seite sollte das auf der Pro Tour machbar sein. Und gegen Reveillark, na ja... Nach dem Sideboarden war es gewinnbar, wenn man gut zog. Aber diesbezüglich hatte ich mir sowieso keine Illusionen gemacht.Im Nachhinein hätte ich das Deck mehr playtesten müssen. Dabei wäre mir aufgefallen, dass Flexibilität immer auf Kosten der Effizienz geht und Synergie nur mit Abstrichen in der Konstanz anzustreben ist. Ich war aber einfach zu faul. Nicht zu faul, um das Deck ordentlich zu testen. Ich hätte schon vorher den Arsch hochkriegen müssen, um das Testing rechtzeitig zu beginnen. Als ich dieses Deck baute, war ich schon am Point of no Return", an welchem ein Deck nicht mehr zu verwerfen ist, weil man für noch ein Deck entgültig keine Zeit mehr hätte. Und wozu dann noch testen, wenn die Deckwahl schon feststeht? Anstatt Routine im Verlieren gegen das Feen-Deck zu erwerben, wollte ich mir die Kreativität der Unerfahrenheit auf der PT zunutze machen. Schwachsinn, meint ihr? Ich finde, dass man ein Matchup eher gewinnen kann, wenn man noch nicht weiß, dass man normalerweise verliert. ![]()
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) und Firespout und die beiden Incendiary Command rein. Mit sechs Mass-Removal-Spells sind Spectral Procession und Cloudgoat Ranger endgültig kein Thema mehr. Für Burrenton Forge-Tender muss man dann aber stets ein Removal parat haben, damit er nicht den kompletten Board-Sweeper verhindert. Immerhin ist selbst Firespout nur für Flieger trotzdem noch grün UND rot, auch wenn ihr ihn für 
ausgespielt habt.
Ein eher solides Deck wählen oder eher auf Risiko setzen - das ist hier die Frage! |

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