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Block Von Rocky lernen heißt Siegen lernen PTQ Leipzig - 1st von Artie Heinrich |
19.08.2026 |

Vergangenen Samstag habe ich auf dem PTQ in Leipzig meine erste PTQ-Top-8 erreicht und dann auch noch gleich den Slot geholt. Da Ihr jetzt wahrscheinlich wissen wollt, wie man so was anstellt, hier meine kurze Anleitung:
Die Karten müssen Euch gewogen sein und Ihr dürft es nicht allzu heftig verbauern.
Vielen Dank für's Lesen. Viel Spaß auf Euren PTQs.
Over and out,
Artie
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Wie, Ihr wollt mehr? Okay - kein Problem. Aber lasst Euch Eines gesagt sein: Wenn ich einmal anfange zu schreiben, dann finde ich so schnell kein Ende. Um also das Ganze etwas übersichtlicher zu gestalten, wird der Artikel aufgeteilt: zuerst die wohl unerlässliche Vorstellung meinerseits, dann einige Informationen zu meiner PTQ-Vorbereitung und der Deckauswahl, danach die Vorstellung und genaue Analyse meines Decks und schlussendlich eine kurze Zusammenfassung des PTQ-Verlaufs samt einem Fazit.
Einen Turnierbericht in herkömmlicher Form mit Spielbeschreibungen kann ich nicht liefern, da ich mir während des PTQs keine Notizen gemacht habe. Ich bin nicht wirklich davon ausgegangen, dass ich einen solchen Artikel schreiben würde.. 
Ich werde das Ganze mit deutlichen Überschriften versehen, so dass Ihr problemlos die Teile, die Euch nicht interessieren, überspringen könnt.
Vita und Magic-Werdegang
Man kann bei mir nicht wirklich von einem typischen Magic-Spieler sprechen. Ich gehe stramm auf die 40 zu, was mich in Magic-Kreisen schon zu einem Dinosaurier macht. Zudem bin ich glücklich verheiratet und meine Holde ist nicht nur ein heißes Babe, sondern hat auch keinerlei Probleme mit meinem Hobby und spielt sogar die 2HG-Prereleases zusammen mit mir. Der ultimative Topdeck meines Lebens!
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Und obwohl man jetzt meinen könnte, dass ich aufgrund meines Alters ein Magic-Spieler der ersten Stunde bin, muss ich leider zugeben, dass ich Magic. in seiner Anfangszeit nicht besonders mochte. Als ich 1994 auf einem Rollenspielertreffen zum ersten Mal Leute mit diesen bunten Pappkärtchen habe spielen sehen, und sie mir dann das ganze System mit den Boostern und den zufällig sortierten Karten erklärt haben, habe ich erst mal alle für verrückt erklärt. Ein solches Spiel würde sich doch nie durchsetzen! Und als ich dann noch gesehen habe, wie Leute bei Spielen ihre Karten zerrissen und über dem Spielfeld verteilt haben (jawoll - ich habe noch das originale Chaos Orb-Konfetti miterlebt) und in diversen Spielezeitschriften Magic-Artikel gelesen habe, deren Strategieempfehlung darin bestand, dass man möglichst grellbunte Hemden tragen sollte, möglichst laut Walkman hören sollte und möglichst ausdauernd seinen Gegner belabern sollte, um dessen Konzentration zu stören, ja von diesem Moment an habe ich das W.ort Magic-Spieler erst mal nur noch als Beleidigung benutzt (und empfunden) und alle Sammelkartenspieler waren für mich Vollspacken.
Wobei es natürlich dieses W.ort da noch nicht gab. Dafür gab es Walkmans (s. oben). Für alle, die damals noch in die Windeln gemacht haben und nicht wissen, was das ist: Stellt Euch einen MP3-Player vor, nur unendlich klobiger und mit ultracoolen Bügelkopfhörern.
Wie bin ich also dann letztendlich doch noch bei Magic. gelandet? Über viele Umwege. Es muss 1996 gewesen sein, als die Firma Decipher das Star Wars CCG auf den Markt brachte. Ich war sofort begeistert: ein Spiel vor dem Hintergrund meiner Lieblingsfilme, mit Original-Filmbildern und einem Spielsystem, das von Innovation, positiver Komplexität und absolutem Spielspaß geprägt war. Und das rein gar nichts mit Magic. zu tun hatte. Ich halte auch heute noch Star Wars für das beste Sammelkartenspiel aller Zeiten. Ich war also süchtig geworden nach den kleinen bunten Karten und spielte viel und gerne, auch Turniere, und war dort auch hin und wieder ganz erfolgreich. Im Jahr 2000 dann eröffnete ich mit meiner damaligen Lebensgefährtin in Bayreuth einen Spieleladen. Natürlich hatten wir auch Magic. im Programm und ich musste mich jetzt quasi beruflich damit auseinandersetzen. Wir veranstalteten FNMs und andere Turniere und ich begann, Magic. als Zweitsammelkartenspiel neben Star Wars zu betreiben. Wir hatten einen guten Stamm an sowohl netten als auch erfolgreichen Spielern, und ich betreute auch zwei Saisons lang unsere Bundesligamannschaft, die Bayreuth Battlemages. Leider mussten wir den Laden nach zwei Jahren wieder schließen und ich verkaufte meine komplette Magic-Sammlung und kehrte dem Spiel erst einmal wieder den Rücken.
Nachdem Star Wars dann aus Lizenzgründen eingestellt wurde und ich nun schon einmal hilflos sammelkartensüchtig war, wechselte ich, nein - nicht zu Magic, sondern zum Lord of the Rings TCG. Als das dann nach Ende der Filme auch langsam sein Leben aushauchte, kam es schließlich, wie es kommen musste. Genau mit Champions of Kamigawa. stieg ich wieder bei Magic. ein.
Ein idealer Zeitpunkt mit Affinity als Formattotschläger und Kamigawa. als einem der schwächsten Blöcke aller Zeiten. Ich bin trotzdem dabeigeblieben und habe mich mehr und mehr zum Turnierspieler entwickelt. Ich bin auf einige Nationals gefahren und habe Meatgrinder und Side Events gezockt, war auch auf dem ein oder anderen Grand Prix (Leipzig und Amsterdam) und habe regelmäßig PTQs gespielt. Auf dem GP Leipzig habe ich außerdem meinen Level-1-Judgetest abgelegt und ein Jahr später auf der Deutschen Level 2 gemacht. Als Judge habe ich dann in Bayreuth wiederum fast alle lokalen Turniere betreut und war somit auf die unterschiedlichste Art und Weise immer Teil der Spielerszene und kenne Magic. sozusagen aus allen Blickwinkeln.
In den letzten zwei Jahren hat es mich wegen Heirat und Umzug nach Berlin verschlagen, was in puncto Turnierangebot im Vergleich zu meiner ländlichen Herkunft quasi ein Schlaraffenland darstellt. Dadurch hatte ich auch die Möglichkeit, mich ein wenig ernsthafter auf große Turniere, insbesondere PTQs, vorzubereiten. Aber davon soll im nächsten Kapitel die Rede sein.
PTQ-Vorbereitung und Deckauswahl
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Vor knapp zwei Jahren habe ich mit einem Experiment begonnen: Kann man es als Durchschnittsspieler schaffen, mit harter Arbeit und ausdauerndem Training bei Magic. Erfolge zu erzielen?
Erinnert Ihr Euch noch an den Boxerfilm Rocky? Da sieht man den erfolglosen Fighter, wie er im Morgennebel durch den Slum joggt, wie er seilspringt, Liegestütze macht und im Schlachthaus auf Schweinehälften einprügelt.
Ich habe versucht, dasselbe bei meiner Turniervorbereitung durchzuziehen, natürlich ohne dabei vom Stuhl aufzustehen. Da ich als Freiberufler zwischen diversen Projektarbeiten hin und wieder auch größere Blöcke freier Zeit habe, konnte ich es einrichten, mich während der Extended- und Block-PTQs der letzten beiden Saisons mit nichts anderem als Magic. zu beschäftigen. Ich habe also jeweils sechs bis acht Wochen nur trainiert.
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[Einspielung Filmmusik Rocky]. Der Tag beginnt mit intensivem Studium aller relevanten englischen und deutschen Magic-Webseiten auf der Suche nach interessanten Artikeln, neuer Tech und vor allem Decklisten - Dauer: anderthalb bis zwei Stunden, je nach Angebot. Dann werden die gefundenen Decks in Apprentice hochgeladen und gegeneinander bzw. gegen die Decks-to-beat gespielt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die einzelnen Decks ticken, welche Strategie in welchem Matchup zum Tragen kommt, wo die Stärken und Schwächen liegen. Wenn dann ein Deck gefunden ist, das mir gefällt, wird es geproxt und eingetütet und mit Hilfe von Apprentice gegen die vorherrschenden Decktypen getestet - Dauer: mindestens drei Stunden.
Apprentice ist sozusagen meine Schweinehälfte, auf die ich einprügeln kann, soviel ich will - und genau wie eine Schweinehälfte schlägt Apprentice nie zurück. Deswegen ist diese Testmethode natürlich alles andere als perfekt: der Gegner ist immer nur so gut wie man selbst, und da man beide Hände kennt, verzerrt das sicher auch die ein oder andere Spielsituation. Aber man merkt doch schon ganz gut, was die einzelnen Decks ausmacht, wie verheerend der ein oder andere Trick sein kann und wie oft oder wie selten das Counterdeck jetzt auch wirklich einen Counter auf der Hand hat. So komme ich auf eine Mindesttrainingszeit von 5-6 Stunden täglich.
Wer jetzt meint, das klingt zu sehr nach Arbeit - well, nothing good ever comes easy! Mit etwas Glück gelingt es mir dann noch, ein bis zweimal eine Testgruppe zusammenzutelefonieren, so dass man die Decks auch mal im Real Life testen kann. Die beste Vorbereitung sind natürlich Turniere, aber die sind im jeweiligen PTQ-Format meist rar gesät. Wenigstens kann man die PTQs, bei denen man aussscheidet, noch als Training verbuchen.
Die oben beschriebene Trainingsmethode hat mir allerdings in den letzten PTQ-Saisons (noch) nicht wirklich zum Sieg verholfen. Denn da gibt es noch einen entscheidenden Faktor: das Deck. Im Grunde meines Herzens bin ich Roguespieler. Ich liebe es, mit unbekannten Decks zu spielen, die sich nicht oder noch nicht im Metagame etabliert haben. Allerdings ist es in den meisten Fällen so, dass die Decks deshalb nicht etabliert sind, weil sie einfach schwächer sind als die formatdefinierenden Decks. So ist es wahrscheinlich kein Wunder, dass ich mit meinen 4c-Destructive Flow- bzw. den GW-Beatdown-Decks im Extended nichts gerissen habe, und auch das 0-3 auf dem PTQ vor zwei Wochen mit Elementals nimmt nicht wunder.
Die Woche jetzt vor dem PTQ in Leipzig habe ich noch Quillspike-Combo, Mono-Rot und 4c-Doran getestet, nur um entnervt festzustellen, dass die entweder gegen Faeries oder gegen Kithkin verlieren. Am Donnerstag, also zwei Tage vor dem PTQ, bin ich dann dem Ruf der dunklen Seite gefolgt und habe auf Kithkin gewechselt. Am Freitag habe ich das Deck auf das Standard-FNM mitgenommen und dieses dann auch gleich solide gewonnen. Erfahrung hatte ich mit dem Deck ja schon wegen der ganzen Testsessions als Deck-to-beat. Jetzt ging es also nur noch darum, die Deckliste in Stein zu hämmern und auf das zu erwartende Metagame zu tunen.
Deck-Analyse
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Nachdem ich in der Wizards'schen Coverage der US-Nationals gesehen hatte, dass Kithkin dort sogar im Standardteil erfolgreich waren, habe ich mir die entsprechenden Decklisten sowie einige vom GP Kobe zu Gemüte geführt, um schon einmal ein Grundmodell der aktuellen Kithkin-Konfiguration zu haben, das ich dann noch entsprechend anpassen konnte. Hier die letztendlich von mir auf dem PTQ gespielte Liste:
 |  |  | | |  14 Plains
4 Rustic Clachan
4 Windbrisk Heights
2 Mutavault

4 Goldmeadow Stalwart
4 Figure of Destiny
3 Burrenton Forge-Tender

4 Knight of Meadowgrain
4 Wizened Cenn

2 Thistledown Liege 

3 Cloudgoat Ranger

4 Spectral Procession
4 Unmake
1 Crib Swap
2 Ajani Goldmane
1 Mirrorweave

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4 Stillmoon Cavalier
1 Burrenton Forge-Tender
2 Order of Whiteclay
1 Reveillark
2 Pollen Lullaby
2 Hallowed Burial
2 Oblivion Ring
1 Ajani Goldmane

| —Diese und weitere Karten gibt's bei:

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