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Frühling?
neue Decks?
von Tobias "TobiH" Henke
13.04.2007

Es ist Sommer! Völlig überraschend und ohne Umwege über den Frühling legte kürzlich jemand da oben einen Hebel um und schwupps, schon ist sie da, die warme Jahreszeit.

Ich gehe im T-Shirt über die Straße, die Sonne scheint, die Pflanzen sprießen, die Vögel zwitschern (vermutlich ihrerseits in Vorbereitung auf bestimmte andere Aktivitäten, die man mit Vögeln halt assoziiert...) und die Hummeln sausen wie sommerliche Schneebälle durch die Luft, unbeeindruckt selbst von einem ganzen Heer an Luftfahrtechnikern und Physikern, die den definitiven Beweis führen, dass dieses Tier an sich ebenso flugunfähig ist wie Volker Olbrich. Im Vorbeigehen beobachte ich wie die Kirschblüten... nun ja, in Ermangelung eines besseren Wortes: blühen... Die Hundekacke dampft, das Cent-Stück hingegen, das ich vom Gehweg auflese, nicht. (Geld stinkt ja bekanntlich nicht.) Und nichtmals der unsägliche Ohrwurm von Americas “Horse with no name“ kann meine gute Laune gefährden. Alles ist gut.

Alles?

Nein, natürlich nicht alles.

Als Magic-Spieler habe ich bereits des Öfteren festgestellt, dass ich nur dann ein ausgeglichenes Gemüt habe, wenn ich genau weiß, was für ein Deck ich auf dem nächsten Standard-Turnier spielen werde.

Nun, glücklicherweise sprießen im Frühling nicht nur alle möglichen und unmöglichen Pflanzenteile, sondern traditionell auch neue Standarddecks. Immerhin stehen ja demnächst irgendwann die National Qualifier an und spätestens bis dahin sollte man sein Deck gefunden haben.

Als allererstes will ich mich kurz einem nicht ganz so neuartigen Deck zuwenden. Aber keine Sorge – danach gibt's auch noch ein Deck, welches weit entfernt vom „Mainstream“ ist...


Auf Nummer sicher...


...gehen kann man allerdings problemlos mit folgender Deckliste:

Yuuya Watanabe - GP Kyoto 2007






lands:
4 Urza's Tower
4 Urza's Mine
4 Urza's Power Plant
4 Steam Vents
4 Shivan Reef
2 Island
1 Urza's Factory


creatures:
4 Sulfur Elemental
3 Bogardan Hellkite


spells:
4 Mana Leak
4 Remand
3 Repeal
4 Compulsive Research
2 Spell Burst
2 Tidings
2 Demonfire
3 Electrolyze
4 Izzet Signet
2 Dimir Signet

3 Bottle Gnomes
2 Serrated Arrows
4 Annex
1 Teferi, Mage of Zhalfir
1 Commandeer
1 Mystical Teachings
1 Vesuva
2 Vesuvan Shapeshifter




Hierbei handelt es sich um die Deckliste des Siegers des größten Standardturniers aller Zeiten. Wenn schon nicht für große Verwunderung beim Gegner, für irgendetwas muss das Deck schließlich gut sein. Und dieses etwas ist, dass es gegen all jene, die lediglich die Decks von den großen Turnieren nachbauen und nicht eigene Überlegungen zu möglichen Hatekarten anstellen, im Schnitt die besten Matchups hat.

Ich will mich nicht lange damit aufhalten, denn wer bisher noch nichts von diesem Deck gehört hat, der lebt offensichtlich unter einem Stein,... unter einem Stein hinter dem Mond. (Andererseits gehört es zum ganzheitlichen Anspruch von PlanetMTG doch irgendwie dazu, vollständige Informationen zu liefern, und es gibt laut meinen Informationen angeblich Leser, die amerikanische Seiten nicht oder nicht regelmäßig besuchen.) Magicthegathering.com hat zB gleich in mehreren Artikeln die Innovation dieses Decks betont, und das auch nicht erst gestern. Wenn ihr also schon alles über das Deck gelesen habt, überspringt einfach die nächsten drei Absätze

Freilich, innovativ ist das Deck allemal. So verzichtet es auf Wildfire, seit ewig langer Zeit mit das Markenzeichen blauroter Trondecks. Stattdessen findet sich Sulfur Elemental gleich in vierfacher Ausführung, welches ursprünglich bestimmt einmal gegen die Savannah Lions, Icatian Javelineers und vor allem die Soltari Priests des Boros-Spielers gedacht war, sich darüberhinaus aber auch in fast allen Control-Matchups bezahlt macht.

In diesen ist es eine uncounterbare Bedrohung, die insbesondere Controldecks wie das blauschwarze Dralnu unter Druck setzt. Derart angegriffen (in wörtlicher wie auch bildhafter Bedeutung) kommen im Controlmatchup dann die teuren Finisher wie Bogardan Hellkite und Demonfire zum Zuge, Karten, die auf sich gestellt viel zu langsam und zu wenig zahlreich (mit „zahllos“ als Gegenteil zu „zahlreich“ komme ich hier wohl nicht durch...) wären, um den Sieg davon zu tragen.

Boros ist genau wegen diesem Deck gegenwärtig auf Tauchstation gegangen. Stattdessen bevölkern Gruul-Decks erneut die oberen Ränge. Darauf ist obiges Sideboard nicht wirklich ausgelegt. Statt Bottle Gnomes wäre es vielleicht ratsam, mehr Repeal (ausgezeichnet gegen Call of the Herd) zu boarden. Selbst Pyroclasm macht sich gegen Llanowar Elves, Scorched Rusalka, Tin Street Hooligan und vor allem Giant Solifuge besser als die Gnome und Serrated Arrows. Außerdem würde ich fürs Mirror und ein paar andere Matchups dringend eigene Detritivores empfehlen!

Aber abgesehen von solch kleinen Anpassungen ist diese Liste wohl immer noch als DAS Deck to beat zu bezeichnen. Wer sich nicht der Peinlichkeit eines kreativeren, möglicherweise schlechteren Decks preisgeben will, der ist hier genau richtig. (Ich für meinen Teil habe erst neulich an ein und demselben PTQ-Wochenende zwei kreative Decks ausprobiert und landete samstags auf dem letzten Platz, sonntags auf dem ersten... )

Glücklicherweise ist das Deck to beat nicht zwangsläufig auch das Deck to play. Vielmehr impliziert diese Bezeichnung ja bereits, dass es a) möglich und b) empfehlenswert wäre, ein Deck zu spielen, dass eben jenes Deck schlägt.

... springen wir also gleich zum nächsten Deck...


Zwo, Eins, Risiko


Ohne Umschweife hier das Deck, welches ich spielen würde,... wenn ich nicht doch noch kalte Füße bekomme und zum Tron greife. Denn kalte Füße könnte man hier trotz des warmen Wetters durchaus bekommen, auf dem Papier (oder dem Computerbildschirm) sieht das Deck nämlich alles andere als überzeugend aus:



lands:
6 Forest
3 Swamp
3 Ghost Quarter
2 Llanowar Wastes
4 Overgrown Tomb
2 Svogthos, the Restless Tomb
1 Golgari Rot Farm


spells:
2 Darkblast
4 Delirium Skeins
4 Dread Return
3 Life from the Loam
1 Nightmare Void
creatures:
1 Angel of Despair
4 Birds of Paradise
2 Bogardan Hellkite
4 Fa'adiyah Seer
4 Golgari Grave-Troll
4 Greenseeker
4 Stinkweed Imp
2 Akroma, Angel of Wrath




Sieht ein bisschen aus wie die Rache der verschmähten Draftcommons, oder? Zugegeben, nur das Delirium Skeins fand seinen Weg eher selten ins Limited-Deck, während Greenseeker und Stinkweed Imp im Draft durchaus gern gesehene Gäste sind. Ein Deck mit allen dreien und Fa'adiyah Seer ist im Constructed jedoch in jedem Fall bemerkenswert.

Nichtsdestotrotz, hier ist es: Das Dredge-Deck. Es geisterte schon eine Weile in irgendwelchen Foren herum, konnte bislang jedoch nicht so recht den Erfolg einfahren, der ihm meiner Meinung eigentlich zustünde.

Nur neulich beim relativ kleinen PlanetMTG-Ligaturnier in Hamburg konnte sich ein gewisser Jan Gründlich mit einer Version davon durchsetzen. Hier ein Link zu den Top8-Decks.

Nun ein paar Dinge an seiner Liste gefielen mir nicht sonderlich, vor allem die katastrophale Manabasis. Deswegen sprach ich ihn im Chat darauf an und praktisch das allererste, was er mir sagte, war, dass das Blau mittlerweile rausgeflogen sei. Das gefiel mir gleich gut und auch ansonsten überzeugte die Deckliste. Beispielsweise die recht willkürlich anmutende Auswahl von 2 Bogardan Hellkite, 2 Akroma und 1 Angel of Despair stellte sich im Testen als vollkommen optimal und genau ausgetüftelt heraus. Und Fa'adiyah Seer, welcher Magus of the Bazaar ersetzt, ist hier überraschend mächtig. Dazu muss man natürlich wissen, dass man sich mit ihm „einfach so“ eine Dredge-Karte auf die Hand holen kann (dabei natürlich mühlend). Dredge ist nämlich eine sogenannte Replacement-Ability und wenn diese den Kartenzieh-Effekt des Seers replaced, wird der zweite Satz der Seer'schen Fähigkeit geflissentlich ignoriert. Nach nur wenig weiterem Tüfteln (insbesondere an der Manabasis, die bei Jan noch ein drittes Svogthos enthielt, was ich als unnötig empfinde), war ich völlig zufrieden.

So viel zur Entstehungsgeschichte, als nächstes ein kurzer Abriss, wie das Deck läuft und welche Aufgaben die einzelnen Karten darin erfüllen: In der ersten Runde spielt man wahlweise Greenseeker oder Birds of Paradise. Greenseeker übernimmt – oftmals bereits gleich in der nächsten Versorgungsphase – höchstpersönlich das Abwerfen einer Dredge-Karte oder eines Dread Return-Ziels, wohingegen die Paradiesvögel in andere Möglichkeiten beschleunigen, seinen Friedhof anzufüllen, speziell Delirium Skeins. Diese Karte wiederum hat in diesem Archetyp keinen Nachteil, sondern im Gegenzug noch einen Vorteil – ziemlich abstrus wie mächtig so ein unscheinbares Delirium Skeins in der zweiten Runde sein kann. Weitere Optionen den Friedhof vollzumühlen (vollzumüllen?) bieten sich schlicht darin, einen Dredge-Spell auszuspielen (Darkblast ist klar, Stinkweed Imp sollte nach Möglichkeit irgendwann sterben, aber sowohl Golgari Grave-Troll als auch Life from the Loam spielt man notfalls einfach auch ohne Kreaturen bzw. Länder im Graveyard) und hartnäckiges Aktivieren von Fa'adiyah Seer sollte über kurz oder lang ebenfalls eine Dredge-Karte zutage fördern bzw. zunächst eher „unter Tage“ im Ablegestapel verstauen.

Sobald dieser Punkt erreicht ist, dredged man nahezu in jedem Draw Step und bei jedem Seer-Tappen. Mit den 3 Ländern, die man bis dato bereits haben sollte, lassen sich problemlos reihenweise Stinkweed Imps ausspielen, die vorerst als Blocker ihr Dasein fristen, irgendwann jedoch zusammen mit eventuell anfallenden Birds, Greenseekers oder Seers an ein Dread Return-Flashback verfüttert werden, womit man sich einen der großen, bösen Flieger ins Spiel holt. Zwischendurch wird man irgendwann ein Life from the Loam dredgen und sich damit ein Svogthos, the Restless Tomb und zwei weitere Länder holen, kommt somit auf genug Mana für Grave-Troll und späterhin für die Aktivierung eben jenes Grabes, welches den Gegner anschließend selbst ins Grab befördert.

So sieht zumindest der Plan gegen Beatdown-Decks aus. Gegen Kontrolle ist es zwar nur ein wenig anders, man muss allerdings auf ein paar mehr Dinge Acht geben. So wird man hier viel früher und vermutlich auch viel öfter Life from the Loam dredgen, denn einerseits ist die Landentwicklung in diesen Matchups wichtiger, vor allem Svogthos, die rastlose Ruhestätte ist immens bedrohlich und Ghost Quarter hat es zur Aufgabe einen durch Urzatron oder Dreadship Reef induzierten Spell Burst-Lock oder ähnlich fiese Dinge wie zB ein überraschendes Aktivwerden seitens des Controldecks zu verhindern. (Gegen derart wiederkehrende Bedrohungen sieht Countermagie ja traditionell alt aus, wenn sie weiterhin reaktiv bleibt.) Andererseits muss man nebenbei mit seiner Bibliothek ein wenig vorsichtiger umgehen. Im Beatdown-Matchup ist es zB kein Problem, ein Viertel der Ausgangs-Bibliothek mit Imps wegzumühlen, um diese dann via Dread Return in einen Engel oder Drachen zu verwandeln. Gegen Blau frisst man an dieser Stelle vorzugsweise ein Cancel o.ä. und geht so über kurz oder lang in den Decktod. Deswegen ist es hier so wichtig, möglichst schnell auf die 5 bis 6 Länder für Golgari Grave-Troll und/oder Svogthos-Aktivierung zu kommen.

Ganz besonders gegen Tron ist es selbstverständlich ein probates Mittel, den Gegner mit der Ghost Quarter + Life from the Loam Engine komplett aus dem Spiel herauszuhalten. Das Life hat außerdem als einzige Dredge-Karte, den nicht zu verachtenden Vorteil, dass man mit ihr auf der Hand gestrandete Drachen und Engel in den Friedhof bekommt. Wie das gehen soll? Zu einfach – holt man sich jede Runde 2 Extrakarten auf die Hand, wird diese bald schon so überfüllt sein, dass man schlicht im Discard Step abwerfen muss.

Hat man das Glück, in der obersten Hälfte der Bibliothek die eine Nightmare Void zu finden, spielt diese im Controlmatchup offensichtlich ebenfalls eine wichtige Rolle...

Kommen wir nun zum Sideboard:



lands:
1 Ghost Quarter


creatures:
3 Firemane Angel
spells:
3 Ancient Grudge
2 Darkblast
1 Life from the Loam
4 Krosan Grip
1 Nightmare Void




Gegen Beatdowndecks besteht die größte Gefahr darin, dass sie Greenseeker korrekt als die immense Bedrohung identifizieren, die er hierin tatsächlich darstellt, und diesen umgehend abschießen. Gleiches gilt für Fa'adiyah Seer. Damit man trotzdem in jedem Fall dazu kommt, die Dredge-Engine anzuwerfen, gehe ich nach dem Boarden auf vier (!) Darkblast hoch. Zwar ist diese Karte vor allem gegen Boros eine wahre Wunderwaffe, aber selbst gegen Gruul ist sie noch ihr Geld wert. Man bedenke, einzig und allein der Start mit Kird Ape UND Stomping Ground verhindert ein effektives Anbringen des Blasts, ein Forest in Turn 2 reicht da nicht.


Gibt es den Goddraw mit Turn 1 Ground + Ape, Turn 2 Scab-Clan Mauler und ab Turn 3 Call of the Herd, macht Darkblast zwar keine gute Figur, in den allermeisten Fällen jedoch kommt Rot-Grün nicht ohne 1 Toughness-Kreaturen aus und dieser vorgebliche Goddraw lässt wiederum außer Acht, dass der Gruul-Spieler sich zusätzlich ja mit lästigen Greenseekers und/oder Stinkweed Imps, im schlimmsten Fall einem frühen Delirium Skeins oder gar einem Dread Return auseinandersetzen muss, für welches man zufälligerweise jetzt gerade nicht die Flashback-Kosten berappen muss, sondern kurzerhand vier Mana bezahlt.

Damit man nicht trotzdem noch aus einem Spiel rausgebrannt werden kann, welches man längst mit überlegen dicken Golgari Grave-Trolls stabilisiert hat, finden sich im Sideboard 3 Firemane Angel.
Einziger Wermutstropfen: Man hat nicht den Platz, diese zusätzlich zu den 5 Reanimations-Zielen unterzubringen, sodass die an sich optimaleren Fatties zum Teil dem Rotstift anheim fallen

Gegen Tron gehe ich mit diesem Sideboard absolut auf Nummer sicher. Man greift bereits die Manabasis des Gegners an, mit ausreichend Signets kann sich dieser aber vielleicht noch retten. Das lasse ich nicht zu und boarde 3 Ancient Grudge. Außerdem kommt ein weiteres Ghost Quarter ins Deck, denn es ist bedeutsam, mindestens zwei Ghost Quarter früh in der Rekursion zu haben, damit man nicht jeden Zug seinen Draw Step aufs Life from the Loam verwenden muss. Apropos Life from the Loam, ein viertes Exemplar mag als Overkill erscheinen, allerdings hat der UR-Tron-Spieler mit die meisten Chancen, wenn er früh die eigenen 1/1er und 0/1er angreift (dafür steht ihm mit Electrolyze immerhin ein gutes Mittel zur Verfügung). Hat man Life from the Loam kann er trotzdem nicht verhindern, dass die Dredge-Maschinerie anläuft...

Komplettiert wird mein Sideboard durch 4 Krosan Grip. Wieso? Wer dieses Deck kennt, kommt vielleicht auf den Gedanken, sich mit spezialisierten Sideboardkarten wie Leyline of the Void dagegen zu wehren. Bekommt man das vor die Nase gesetzt, guckt man offensichtlich ganz schön dumm aus der Wäsche... Mit diesem Maindeck hat man absolut gar keine Verteidigung und kann direkt einpacken und heulend nach Hause gehen.

Dass die Leyline bevorzugt in blauschwarzen Dralnu-Decks zur Anwendung kommen dürfte, gibt den Ausschlag für die Split Second-Variante von Naturalize. Ach ja, und dann gibt es ja noch Leute, die Tormod's Crypt ausspielen, aber nicht gleich aktivieren, sondern lieber den geeigneten Zeitpunkt abpassen wollen. Prinzipiell gar keine schlechte Idee, schadenfrohes Gelächter bleibt ihnen trotzdem nicht erspart, wenn sie sich daraufhin das Grip einfangen

So, vielleicht sollte ich noch kurz darauf eingehen, was mein Sideboard nicht abdeckt, oder? Da wäre zum einen Dragonstorm zu nennen. Abgesehen von Delirium Skeins oder einem frühen Nightmare Void ist man dem Combo-Magier schutzlos ausgeliefert, da gibt es auch nichts zu beschönigen. Hier heißt es Augen zu, Finger gekreuzt und durch. Spielanleitung: Man reiche einen Last-Minute-Zulassungsantrag zum Wettbewerb „Glückskeks des Monats“ ein und ziehe gekonnt zwei Delirium Skeins von oben (zusätzlich zu dem einen, welches bereits auf der Starthand ist, versteht sich). Das zweite Spiel gewinnt man wahlweise mit zwei Delirium Skeins (drei müssen es nicht unbedingt sein) oder dadurch, dass der Gegenspieler seine eigenen Topdeck-Skills nutzt, um alle seine Drachen auf die Hand zu bekommen, einen Mulligan auf vier nimmt, screwed ist oder dergleichen. Normalerweise würde an diese Stelle jetzt ein Warnhinweise a la „Achtung! Vorsicht vor Ignorant Bliss“ gehören, aber es ist ja nicht so, als ob man dagegen auch nur irgendetwas machen könnte. Kommt der Bliss, ist's Schiss, wie schon der Volksmund zu berichten weiß

Das andere Matchup, worauf ich keine Sideboardkarte verwende, ist MonoGrün. Obwohl man hier zumeist genug Zeit hat, einen formidablen Blocker oder zwei oder drei auf den Tisch zu bringen, interessiert sich das Gegenüber dafür einfach nicht, spielt kurzerhand einen Timbermare, zockt beliebige Might of Old Krosa darauf, enttappt vielleicht noch mittels Scryb Ranger die ein oder andere Spectral Force und schlendert anschließend ganz nonchalant in die von Blockern entvölkerte Kampfzone...
Klar, gegen einen Gegner, der an dieser Stelle übersieht, dass man sein Svogthos ja noch aktivieren kann, da gewinnt man vielleicht, aber hey, irgendwann reicht es bitte auch.
Ein früher Scryb Ranger oder Silhana Ledgewalker mit Moldervine Cloak ist da schon bedeutend einfacher zu besiegen. Respekt für Stinkweed Imp. Gegen MonoGrün muss man folglich selbst schnellstmöglich in die Offensive übergehen. Das KANN funktionieren, ist aber nicht gerade realistisch.

An dieser Stelle ist nun ein Hinweis auf das neu-entwickelte Sideboard von Jan Gründlich angebracht. Er spielt darin allen Ernstes 3 Blazing Archon, der einmal im Spiel sofort den Sieg gegen MonoGrün bedeutet. (Ausgenommen solch Späße wie Squall Line, aber selbst die lässt einem in der Regel ausreichend Zeit, durch monströs große Trolle im Angriffsmodus die gegnerische Armee hinreichend zu dezimieren.) Ansonsten hilft es ungemein, in einer Turnierumgebung zu spielen, die aus gutem Grunde kaum MonoGrün enthält. Sollte euer FNM jedoch eher an einen Kindergeburtstag erinnern, empfehle ich die Archons zu berücksichtigen!

Als weiteres enthält Jans Sideboard 4 Shadow of Doubt. Ist mit viel Dragonstorm zu rechnen, kommt man wohl auch da nicht drumherum. Im Gegenzug bleibt ihm jedoch kein Platz für all die vielen anderen tollen Dinge, die sich in obiger SB-Liste eingefunden haben. So spielt er zB mittlerweile nur noch 2 Indrik Stomphowler, welche zugegebenermaßen gegen solch Dinge wie Glare of Subdual besser sind als Krosan Grip, gegen eine Leyline in der ersten Runde will ich aber nicht erst mein halbes Deck auf herkömmliche Weise ziehen müssen, um dann den letzten rettenden Strohhalm gecountert zu bekommen.


So. Fertig. Ein (relativ) altes und ein (relativ) neues Deck. Die Wahl der Waffen liegt wie immer bei euch, in jedem Fall aber viel Spaß beim Zocken!

TobiH
#277

Cats land on their feet. Toast lands peanut butter side down. Based on these axioms, a cat with peanut butter toast strapped to its back will therefore hover above the ground in a state of quantum indecision.


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 #1 HAha geschickt!! von Meisi am 13.04.2007 • 18:36
In wahrheit willste irgendein Turnier zocken am wochenende und hast das megadeck das die beiden da oben schlägt, und so wird einfach mal ganz geschickt das metagame verschoben! verschwörungstheorie anyone?
 #2 Dredgen hin ode her ... von bobonator am 13.04.2007 • 18:36
Danke! Alleine dafür weil du in dem Dredge Deck nicht blau spielst - Persönlich fand ich den Splash hauptsächlich für den blauen Bazaar Magus vor allem mit Seer im Format völlig unnötig.

Hab das Deck sehr lange gespielt - aber umso mehr das andere dann probiert haben, umso weniger hab ich es selbst weiter ausgepackt.

Die Liste sieht solide aus, das Mainboard gleicht meinem bis auf die Manabase, dem Void (Ich spiele alle Voids im SB.), und dass ich keinen Angel mehr spiele, sondern nur noch die Hellkites und Akromas. Krosan Grips werde ich wohl dann auch in mein Board aufnehmen - eine Crypt mit Gelächter zu zerstören klingt lustig ;>

Solider Artikel. Und "kalte Füße" bekommt man schon mal leichter mit dem Deck - kenn ich persönlich. Llanowar Mentor aus FS könnte imho in der zwei farbigen Version auf jeden Fall Greenseeker ersetzen. Da man das fixing kaum braucht, bekommt man ebenfalls schnell das Mana, die Dredge Karten in den Friedhof und noch zusätzlich neue Opfer für das Flashback von Dredge Return.
 #3 @neue decks von renappel am 13.04.2007 • 23:28
na ja so neu is das dredge deck ja nun wirklich nicht.... das geistert auf modo schon rum seit es dredge gibt... klar hat es durch dread return den push ins ernsthafte geschafft aber es ist leider nicht die echt innovative tech die man sonst aus deinen artikeln gewöhnt ist.. aufbau und erläuterung sind wie immer tadellos nur halt nicht die innovationen...
 #4 blazing archon shadow o. doubt von GioGiovannie am 14.04.2007 • 03:54
Die Karten sind wie vom Henke angesprochen echte Metagameentscheidungen. Waren halt viel Dragonstorm + random Aggrodecks am Start.
Die Krosan Grip waren in der alten Version ja auch noch drin. Nur muss man echt Mulligan drauf nehmen, weil ansonsten kommt man da normal nie ran. Da sind die Ingrids schon besser :/
Das vierte Loam braucht man nie! Die drei Maindeck reichen völlig. Auch gegen das Tron.dec
 #5 zwarn altes deck aber ja mal schön drüber zu lesen von Pandabaer am 14.04.2007 • 08:21
ich würde noch über mouth of ronom nachdenken, ob man nun snow covered spielt oder nicht ist ziemlich egal und der verbessert, dass sonst scho gute control match up.
und im sb als gy hate kannste gut whretches spielen evtl 1 golgari thug dazu
 #6 ohje....... von Der Frisör am 14.04.2007 • 09:26
klar, bei ganzten 9 basiclands versuchen wir die so schon unmögliche manabse noch mit snow spam zu verunstalten....
 #7 Übrigens kann die Hummel von Alexg am 14.04.2007 • 12:09
sehr wohl fliegen, auch aus der Sicht von Luftfahrtechnikern und Physikern! Ein von Menschen gebautes Flugzeug könnte bei dem bei Hummeln vorkommenden Masse/Flügel verhältnis nicht fliegen. Dabei werden die Flügel fälschlicherweise als steif angenommen.
 #8 O RLY? von martenJ am 14.04.2007 • 12:38
gut zu wissen
 #9 O RLY? von TobiH am 14.04.2007 • 14:46
Mist, das mit den Hummeln wusste ich bislang nicht, und ehrlich gesagt fand ich die Idee, dass das wirklich ein ungelöstes Rätsel sei (was man ja auch praktisch überall zu hören bekommt), viel cooler...
 #10 lololol von Der Frisör am 14.04.2007 • 17:49
am ende kann ich auch MEGA fliegen, und der Hneke weiss es gar nicht....
 #11 Mal klugscheißen... von TrashT am 14.04.2007 • 18:02
...müsste es nicht "Wermutstropfen" heißen? Gewehrt wird sich da nämlich nicht
 #12 Schrümmel von TobiH am 14.04.2007 • 19:03
Wo gibt's denn den "Wehrmutstropfen"...? Also ich sehe oben nur die korrekte Form...
 #13 ja ja, die theorie... von Themistokles am 15.04.2007 • 10:53
finde das deck auch mehr als lustig. man darf aber nicht vergessen das es bald zu dem llanowar mentor auch noch ein Dredge Land geben wird. Und der Greenseeker wird bestimmt nicht für den Mentor fliegen. Ach ja, Ich spiele eine Golgari Thug auf Main. Die ist gegen Aggro ein früher Blocker und macht dann auch noch alles mit Dredge und um auch mal einen Fad'dayah Seer wieder verfügbar.

Allerdings vermisse ich auch die Innovation.
 #14 Cooles deck von Harmloser Passant am 15.04.2007 • 14:00
das Deck ist echt stark und jeder 3te Mensch in MODO spielt es warscheinlich desshalb . Wann werden eigentlich die Thermine für die Regionals ungefähr feststehen und in welchen monaten finden diese ca. statt?
 #15 johannes von McJoka am 15.04.2007 • 16:59
"... und ein stern fiel vom himmel, und sein name war wermut..."
 #16 REGIONALS von Themistokles am 15.04.2007 • 17:21
@Harmloser Passant
Ende Mai und anfang Juni.
 #17 naja... von Killamangiro am 16.04.2007 • 14:21
es gibt schon innovative Versionen, zB. wenn jemand auf den Reanimate-Plan verzichtet und mit Firemane Angels + Congregation of dawn (oder so ähnlich) Main spielt. guter Artikel, aber doch etwas kurz geraten, gerade bei einem Deck wie diesem, bei dem man sehr viele Optionen zu Verfügug stehen hat...
 #18 deckliste von Themistokles am 16.04.2007 • 15:55
deckliste und sideboard von jan wären erwünschenswert.
 #19 erwünscht oder wünschenswert? von TobiH am 17.04.2007 • 10:07
egal, im Maindeck spielte er ein Svogthos mehr und ein Golgari Rot Farm weniger (übrigens: mittlerweile spiele ich dort 2 weitere Lllanowar Wastes auf Kosten zweier Forests).

Und sein Sb kann man sich zwar beinah komplett aus dem Artikel zusammenreimen, sah aber so aus:

3 Blazing Archon
3 Firemane Angel
2 Indrik Stomphowler
2 Leyline Of The Void
4 Shadow Of Doubt
1 Nightmare Void
 #20 deck von Toby am 18.04.2007 • 17:37
wie meint ihr wird das deck durch die neue edition noch verändert?? z.b ob und wie viele der dredge länder man spielen will... einfach mal vermutungen
 #21 Dredge von n3cr0 am 19.04.2007 • 18:57
Naja ein Dredge Land, mehr würd ich ned spielen. Es kommt ja getappt ins Spiel .

Verändern wird sich dass Deck schon, man kriegt den guten Llanowar Mentor der einfach alles macht, z.b. der Traumstart mit Turn 2 Reanimate .
 #22 deck von Themistokles am 23.04.2007 • 11:19
das deck wird erstens den mentor bekommen und zweitens auch den mit den festerings. der macht gegen boros oder g-string auch ne menge.

ich habe meine neue liste mit 2 dredge ländern gepimpt.

das deck wird sich im grunde nicht ändern, es wird nur extrem viel stabiler und das ist das was dem deck noch gefehlt hat. der mentor macht dann wirklich alles und mit den festerings in das dread return macht man auch gleich noch weenies mit kaput oder muss nicht mehr so viel von dem hellkite verschwenden. allen in allem wird das deck imens viel geiler..!
 #23 Ankündigung! von Themistokles am 23.04.2007 • 11:21
Werde demnächst einen Artikel einschicken, der sich mit den erneuerungen des Decks beschäftigt und mehr Match-Up analysen enthält. Zudem wird das Thema mit dem Sideboard aufgegriffen und einige Varianten enthalten.
 #24 Kein Betreff - blub von bobonator am 23.04.2007 • 14:18
Dredge Länder sind imho unnötig. Sie kommen getappt ins Spiel, das wars schon - man hat Life from the Loam, da braucht man dieses Dredge Land nicht.
Es gibt zwar einige Karten die gut aussehen, aber zum Schluss wird wohl hauptsächlich Llanowar Mentor entscheidend sein. Der Skirk Ridge Exhumer reicht wohl maximal zwei Mal, und die Frage ist, ob er überhaupt notwendig ist.

Ich hab mich jetzt vollkommen von Magus of the Bazaar überzeugen lassen. Der Splash stellt kein Problem da, der Magus dredged besser und schneller, und er bekommt die Dredge Karten auch mal alleine in den GY.
 #25 natürlich von Themistokles am 23.04.2007 • 17:14
natürlich hat der Magus imense vorteile. Problem stellt aber nur die dreifarbige manabase dar. nicht, das sie nicht stabil ist, sondern das sie sehr bloodmoon anfällig ist. und mit dem magus of the moon hat man eine weiter karte die einem dann zu schaffen macht. daher finde ich den blau splash nicht gut. das andere ist allem in allem stabiler und darauf kommt es bei dem deck an.
die länder sind einfach weiter dredge karten die es einem ermöglichen schon früh zu dredgen. das sie getappt kommen nervt zwar, dafür erhöhen sie die wahrscheinlichkeit einer dredge karte auf der starthand. man will sie auch garnicht dredgen um ein land legen zu können sondern um mehr karten in den grave zu kriegen.

miraclegames.de
 
 
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