Da bin ich wieder! Und ich habe dir den Wochenrückblick mitgebracht. Hast du ihn vermisst? Natürlich hast du, das weiß ich ja. Über den unplanmäßigen Aussetzer letzte Woche hat sich nämlich exakt ein Mensch beschwert und das warst du, mein einziger vielgeschätzter Leser. Noch einmal sorry dafür und jetzt speziell für dich …
Rückblick auf die Vorwoche
Viele verschiedene Dinge sind in der vorletzten Woche wirklich nicht passiert, es wurde allerdings ganz viel Grand Prix gespielt. 1046 Spieler in den USA in Columbus, 730 im brasilianischen São Paulo und 1343 im belgischen Gent, insgesamt 3119 am selben Wochenende.
 Timo Schünemann |
In Gent gab's Legacy. In der Breite waren RUG, Maverick und Stoneblade weiterhin die erfolgreichsten Decks, jedoch liefen hier auch zum ersten Mal die blau-weißen Miracles so richtig zur Hochform auf. In letzter Instanz triumphierten allerdings Kombodecks elfischer und stürmischer Natur. Die großen Stars blieben überwiegend auf Tauchstation, dafür schnitten die Deutschsprachigen ziemlich gut ab. Deutschland belegte 14 der 64 Preisränge, mehr als jede andere Nation, darunter Platz 1 (Timo Schünemann) und 2 (Lukas Maurer); Österreich steuerte noch drei Moneyfinishes bei, inklusive eines sechsten Platzes (Elias Klocker). Glückwunsch an alle Beteiligten!
 Jacob Maynard |
In Columbus spielte man derweil Modern. Naya-Pod, Delver-Decks und Fische stellten gut 42

% des Felds am zweiten Tag. In der Top 8 setzte sich dieser Trend grob fort, wobei die Fische auf der Strecke blieben und die weiß-blau-rote Delver-Variante noch einmal zulegte. Mit Jund, Tron und Affinity war für Abwechslung ebenfalls gesorgt und Affinity holte in den Händen von Newcomer Jacob Maynard schließlich auch den Titel. In die Top 8 schafften es B-Promis Max Tietze und Orrin Beasley sowie der zweifache GP-Sieger Shahar Shenhar. Davon abgesehen fand sich die A-Liste der
Magic-Prominenz eher weiter unten in den Standings. Im Geld landeten beispielsweise Josh Utter-Leyton, David Ochoa, Paul Rietzl und Gaudenis Vidugiris, über Tiebreaker knapp draußen Luis Scott-Vargas und Owen Turtenwald.
 Reinaldo Gomes da Silva Jr. |
In São Paulo blieben die Südamerikaner unter sich, was erwartungsgemäß keine allzu beeindruckende Top 8 hervorbrachte. Wobei diese Erwartungen eventuell korrigiert werden sollten. Nach 15 Runden
M13-Limited waren immerhin Allison Abe (zweimal GP-Top 8), Willy Edel (dreimal PT-Top 8) und Carlos Romão (einmal Weltmeister) alle mit dem Sechsten punktgleich und einzig über Tiebreaker vom weiteren Rennen um die Siegertrophäe ausgeschlossen. Die holte sich Reinaldo Gomes da Silva Jr.
Grand Prix Shanghai
Am jüngst vergangenen Wochenende folgte gleich
ein weiterer Grand Prix, nach Nordamerika, Südamerika und Europa diesmal in Asien, am Rand vom Reich der Mitte. Dort traten 834 Spieler an, überwiegend aus China, es waren allerdings auch drei Deutsche anwesend. Bester wurde Lukas Diekjobst auf Platz 78. Das Format war, wie üblich in den Randgebieten der
Magic-Welt, Limited, also
M13-Sealed und -Draft.


Bo Li, GP-Champion und Team-Weltmeister 2009
An bekannten Namen hatte die Top 8 den ehemaligen Team-Weltmeister Bo Li aus China und Nicholas Jonathan Wong aus Singapur zu bieten, für den es mittlerweile seine sechste Top 8 bei Grand Prix war. Ersterer sicherte sich souverän seine zweite Siegertrophäe – mithilfe eines fiesen Goblindraftdecks inklusive je zweier Exemplare von
Mogg Flunkies
,
Rummaging Goblin
,
Arms Dealer
und
Krenko's Command
sowie einem
Krenko
, dem Mob-Boss höchstpersönlich.
Außerhalb der Top 8, auf den etwas billigeren Plätzen folgten die bekannten Japaner Shouta Yasooka (22.), Ken Yukuhiro (23.), Yuuya Watanabe (26.) und Makihito Mihara (43.), außerdem Shi Tian Lee aus Hongkong (25.) und nicht zuletzt der
Snapcaster Mage
Tiago Chan (53.)!
The Fame Monsters
Des Weiteren wurden letzte Woche die diesjährigen Ergebnisse der Abstimmung zur Hall of Fame
bekanntgegeben. Nachdem im Vorjahr nur drei Leute die benötigten 40

% der gewichteten Stimmen erhalten hatten, konnte sich die Community diesmal wieder auf vier geeignete Kandidaten einigen – und William Jensen wurde bloß deshalb nicht der fünfte, weil ihm eine Stimme aus dem Selection-Committee fehlte.
Zum Beispiel meine.
Geschafft haben es:
Paulo Vitor Damo da Rosa. Der Brasilianer hat sich seinen Einzug in die Ruhmeshalle der Pro Tour reichlich über seine Ergebnisse verdient, die nicht nur neun Top-8-Auftritte bei der Pro Tour und zwölf bei Grand Prix beinhalten, sondern auch einen Sieg in San Juan. Überdies hat er sich als einer der produktivsten Autoren einen Namen gemacht. Seine Artikel über
Magic sind oft unterhaltsam, hin und wieder kreativ und meistens lehrreich.
Kenji Tsumura. Seine richtig aktive Zeit war kürzer als die von Paulo, aber das macht sechsmal Top 8 bei der Pro Tour und zwölfmal bei Grand Prix natürlich nicht weniger beeindruckend, auch wenn ihm ein PT-Sieg bisher immer versagt blieb. Neben seinen Erfolgen ist er vor allem als überaus fairer Spieler berühmt geworden, zum Beispiel indem er regelmäßig verhinderte, dass seine Gegner an ihrem eigenen vergessenen
Pact
starben. Igendjemand bei Wizards ist übrigens ein Riesenfan dieser Fotostrecke hier (

) und gräbt die jedes Mal wieder aus, wenn's um Kenji geht.
Masashi Oiso. Mit sechzehn Top-8-Ergebnissen (sechsmal PT, zehnmal GP) hat er die Aufnahme sicherlich verdient. Seine extrakurrikulären Verdienste beschränken sich offenbar darauf, Vorreiter und Zugpferd für die japanische Community gespielt zu haben, aber wie groß diese Rolle wirklich war, kann ich nicht beurteilen.
Patrick Chapin. Er blickt umgekehrt auf die längste Karriere von allen zurück und hat in all der Zeit noch nicht einmal vergleichbar viele Top-Finishes angehäuft (viermal Top 8 bei der Pro Tour, dreimal bei Grand Prix). Aber dem Spiel lange die Treue gehalten zu haben, ist schließlich auch was wert. Zudem, und ungleich wertvoller, hat er wie kein anderer nicht das eigentliche
Magic-Spiel, sondern das Schreiben über
Magic zu seinem Beruf gemacht. Decklisten, Artikel, Bücher,
Rap-Musik … mitunter so innovativ, dass er sogar einen entsprechenden Spitznamen, „The Innovator“, bekommen beziehungsweise sich selbst verpasst hat. Denn Marketing gehört ja irgendwie dazu.
Event Horizon
Zu guter Letzt haben Wizards die Listen der
Event Decks zu
M13 veröffentlicht. Das grün-weiße Deck „Repeat Performance“ rund um
Roaring Primadox
ist ziemlich stark und mit je einem
Green Sun's Zenith
und
Thragtusk
auch ziemlich wertvoll geraten, das blau-rote Deck mit Schwarzsplash rund um
Burning Vengeance
, „Sweet Revenge“ genannt, ist zumindest ziemlich interessant geworden. Eine so klare Fokussierung und so konsequente Umsetzung eines Kombo-Ansatzes wie in diesen beiden gab es bei den
Event Decks bisher noch nicht. Schön!
Repeat Performance

| 12 Forest 8 Plains 2 Razorverge Thicket
1 Acidic Slime 2 Arbor Elf 3 Attended Knight 4 Avacyn's Pilgrim 1 Blade Splicer 3 Borderland Ranger 1 Brutalizer Exarch 2 Elvish Visionary 1 Fiend Hunter 1 Geist-Honored Monk 1 Glimmerpoint Stag 4 Llanowar Elves 1 Mwonvuli Beast Tracker 4 Roaring Primadox 1 Stingerfling Spider 1 Stonehorn Dignitary 1 Sunblast Angel 1 Thragtusk
| | 1 Green Sun's Zenith 4 Lead the Stampede
Sideboard:
 3 Cloudshift 2 Dismember 3 Kemba's Skyguard 4 Oblivion Ring 3 War Priest of Thune
|
Sweet Revenge

| 1 Darkslick Shores 1 Desolate Lighthouse 4 Evolving Wilds 7 Island 9 Mountain 1 Sulfur Falls 1 Swamp
4 Burning Vengeance 4 Desperate Ravings 4 Faithless Looting 3 Forbidden Alchemy 2 Geistflame 3 Pillar of Flame 1 Red Sun's Zenith 1 Rolling Temblor 1 Silent Departure 2 Slagstorm 4 Think Twice
| | 2 Armored Skaab 4 Fettergeist 1 Firewing Phoenix
Sideboard:
 2 Arc Trail 4 Bloodcrazed Neonate 2 Dismember 4 Screeching Skaab 3 Secrets of the Dead
|